Abendstimmung am Bodden – ein romantisches Erlebnis im Einklang mit der Natur | Foto: TZR/Dieter Lindemann

Wassersport und Naturschutz

Schönheit der Natur bleibt nur erhalten, wenn Rücksicht genommen wird

Das größte Kapital der Insel Rügen ist ihre unberührte Natur. Darüber sind sich eigentlich alle einig. Denn auch jene, die nicht als Naturschützer bekannt sind und vielleicht einfach nur Wassersport auf Rügen machen wollen, entwickeln diesen Wunsch, weil es hier so schön ist. Trotzdem kommt es in Sachen Naturschutz und Wassersport immer wieder zu Konflikten. Das liegt auch daran, dass insbesondere die Regeln zum Befahren von Gewässern in Naturschutzgebieten nicht eindeutig in einer Bundesverordnung geregelt ist.
Um diesen Mangel auszugleichen, haben die unterschiedlichen Interessensvereinigungen eine freiwillige Vereinbarung getroffen, die vom World Wildlife Fond WWF moderiert wird. Vertretungen der Segler, Ruderer, Kanuten und Angler sind dort engagiert. Zentral ist dabei unter anderem der Greifswalder Bodden. Dieser bietet eine Vielfalt von Lebensräumen und grenzt zugleich an stark frequentierte touristische Gebiete.
Obwohl der WWF an den Schutzgebieten Schilder aufgestellt hat, gibt es immer wieder Wassersportler, die die Regeln nicht kennen oder einfach ignorieren. An der Schoritzer Wiek driften Kiter bei Ostwind beispielsweise in die Schutzgebiete ab – ohne es zu wollen. Doch gerade in den Schonzeiten, ist dies besonders störend. Schon jetzt gilt an weiten Küstenabschnitten und in vielen Buchten ein Fahrverbot, teilweise sogar ganzjährig. Die Tafeln des WWF an den entsprechenden Stellen informieren darüber.
Das flache Wasser des 514 Quadratkilometer großen Greifswalder Boddens, er ist im Durchschnitt nur 5,60 Meter tief, erwärmt sich schneller als die tiefere Ostsee. Darum bietet er vielen unterschiedlichen Lebewesen einen idealen Lebensraum. Es ist bekannt, dass er als die „Kinderstube“ des Herings gilt, der regelmäßig zum Laichen hierkommt. Doch auch Tauchvögel finden hier reichlich Nahrung und das Schilf bietet vielen Wasservögeln während der Brutphase Schutz. Wenn sich die Stand-up-Paddler, die immer mehr zunehmen, zu nah an diesen Bereich heranwagen, fühlen sich die Vögel gestört. Auch hat der Angeltourismus zugenommen, besonders jener auf heimische Raubfische wie den Hecht.
Wie der Biologe Florian Hoffmann in einem Interview mit Maik Trettin von der Ostsee-Zeitung sagte, beobachtet der WWF seit einigen Jahren einen zunehmenden Druck auf die Schutzgebiete. Darum wünscht er sich, dass eine eindeutige Regelung möglichst bald in Kraft tritt, wann, wer, welche Orte befahren darf. Bis dahin sollten alle, Rücksicht auf andere Lebewesen nehmen

Weitere Informationen:
www.wwf.de/greifswalder-bodden

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