Garz/Rügen. Garzer Burgwall, aus: Baltische Studien, 24. Jg., Stettin 1872 | Quelle: Deutsche Fotothek über wikipedia.de

Der slawische Burgwall von Garz

Borgar Gardz war eine wichtige Wallburg des Stamms der westslawischen Ranen

Südwestlich der kleinen Stadt Garz im Süden Rügens liegt eine Wallanlage, die auf den Slawenstamm der Ranen zurückgeht. Etwa 200 Meter lang und 140 Meter breit erstreckt sich die ehemalige Wallburg in ovaler Form mit einem mittigen Zugang in der Westseite. In Richtung Renz zum südlich gelegenen Garzer See ist der Wall gering aufgeschüttet. Seine Höhe über der Stadt beträgt bis zu 15 Meter.
Im Zuge der Völkerwanderung aus Ost- und dem östlichen Mitteleuropa herangezogen, siedelten die slawischen Stämme seit dem späten 7. Jahrhundert östlich der großen Flüsse Elbe und Saale. Bis nach Rügen kamen die Ranen (auch Rujanen oder Rugianer). Noch Mitte des 12. Jh. gab es hier eine unabhängige Stammesgesellschaft, die durch Seeräubertum als „Schrecken der Ostsee“ in die Geschichtsschreibung einging. Sichtbare Zeugen dieses kriegerischen Volks sind ihre bis heute existierenden Burgwälle, einer der größten und besterhaltenen davon befindet sich in Garz.

Gegen Ende der Slawenzeit findet die Burg 1165 als „Borgar Gardz“ Erwähnung, als es im Zuge der Besetzung Rügens durch die Dänen auch zu kleineren Auseinandersetzungen mit dänischen Kriegern vor der Garzer Burg kam. Denn nachdem die Dänen unter König Waldemar I. und seinem Heerführer Bischof Absalon von Roskilde 1168 die Tempelburg (ein Ranen-Heiligtum, später Jaromarsburg) am Kap Arkona nach vorangegangenen Kriegszügen endgültig eroberten, wurde Tezlaw König der Ranen auf Rügen.
Er und sein Bruder Jaromar übergaben ihren Hauptsitz und Tempelort Charenza mit den dortigen Heiligtümern daraufhin nach Verhandlungen auf Betreiben des Bischofs von Roskilde kampflos. Sie erkannten die Lehnshoheit des dänischen Königs an und gaben damit ihre Stammesfreiheit auf, entmachteten allerdings auch die über ihnen stehenden Priester der viergesichtigen slawischen Gottheit Svantevit und traten zum Christentums über, um sich die Herrschaft über Rügen zu sichern. Tezlaw trug von nun an den Titel Fürst von Rügen und als Vasallen der Dänen nahmen die Ranen bald erneut an Kriegszügen gegen die Pommernherzöge teil.
Ab 1181 war Jaromar I. alleiniger Fürst von Rügen, residierte auf dem Rugard bei Bergen und ließ dort die erste Backsteinkirche der Insel errichten. Ursprünglich als Herrschaftskirche (Pfalz) bestimmt, änderte er seine Pläne jedoch, um die dänischen Lehnsherrn nicht zu reizen, und ließ sie 1193 als Klosterkirche des gleichzeitig entstandenen benachbarten Zisterzienserinnenklosters Bergen weihen.
Trotz der Verschonung der Garzer Burg verfiel sie durch die Christianisierung nach und nach. Der letzte Rügenfürst Wizlaw III. errichtete um 1300 noch eine neue Burg samt Kapelle im Garzer Wall. Mit seinem Tod 1325 starben die rügenschen Fürsten allerdings aus und die Burg verfiel endgültig.

Ursprünglich wurde die Burg Gardz übrigens mit der Residenz der rügenschen Fürsten bzw. Burg Charenz/Charenza verwechselt, über die historische Chroniken wie die „Knytlinga Saga“ aus einem isländischen Kloster und der dänische Chronist Saxo Grammaticus in seiner „Gesta Danorum“ berichten. Die neuere interdisziplinäre Forschung ergab jedoch, dass der Burgwall bei Venz (zwischen Gingst und Trent an der Neuendorfer Wiek) mit größerer Wahrscheinlichkeit die Fürsten- und Tempelburg Charenza war, die einen Tag nach der Eroberung der Tempelburg Arkona kampflos an die Dänen übergeben wurde.

Heute befindet sich auf dem Wall ein Gefallenendenkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs und unmittelbar daneben das Ernst-Moritz-Arndt Museum, in welchem man noch mehr über die Ortsgeschichte erfahren kann. Hinsichtlich seiner Größe und des Erhaltungsgrads zählt der Garzer Burgwall zu den bedeutendsten slawischen Burgwällen Rügens. Als Bodendenkmal steht er zudem unter Naturschutz.

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