Selbstporträt: „Busy, busy, busy!“

Nadine Förster ist Reisende mit starken Wurzeln auf der Insel

Nadine Förster ist eine Reisende – immer gewesen. Über den Tellerrand zu schauen, verleiht der 44-Jährigen sinnbildlich Flügel und einen weiten Blick. Dennoch ist sie tief mit ihrer Heimat Rügen verbunden – hier liegen ihre familiären Wurzeln. Beides gibt ihr Kraft und Inspiration. Mit Herzblut, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen verbindet sie gesellschaftliches Engagement mit Heimatverbundenheit, wurde nicht zuletzt deshalb 2022 zur Frau des Jahres in MV gewählt. Bekannt geworden ist sie u.a. als Protagonistin in dem Dokumentarfilm „Wem gehört mein Dorf?“ von Regisseur Christoph Eder. Im Film steht das Ringen um demokratische Mitbestimmung hinsichtlich des Schicksals des Ostseebades Göhren im Mittelpunkt. Nadine Förster mittendrin. Sie plädiert für den gesunden Mittelweg, der sowohl die Natur, die Menschen vor Ort als auch die Gäste der Insel berücksichtigt. „Dreiklang“, nennt sie diesen Weg. Für sie der einzige in Richtung Zukunft. Darüber, dass manche ihr unterstellen wollen, dass sie keinen Tourismus will, kann sie nur den Kopf schütteln. „Das ist Unsinn“, sagt die Frau, die Tourismus studiert hat – unter anderem auf Gran Canaria und in Mexiko. Vor allem dort kam sie mit lebendigen Tradi­tionen in Kontakt. „Die Mexikaner lieben ihre Traditionen – hierzulande versucht man sie oft loszuwerden“, so Nadine Förster. Ihre erste akademische Abschlussarbeit hat sie übrigens in Russland geschrieben, längere Zeit in den USA und in Spanien verbracht. Schließlich lebte die Weltenbummlerin fünf Jahre in der Schweiz. „Hier habe ich gelernt, dass Geld nicht alles ist“, gibt sie schmunzelnd zu. „Außerdem hat mir als Norddeutsche dann doch das Meer gefehlt.“ Seit 2014 pendelt Nadine Förster zwischen der Insel Rügen und Berlin. Auf der Insel arbeitet sie heute als Lehrerin. Ihre Liste der Ehrenämter ist lang. Vor allem Nachhaltigkeit ist ihr in all ihrem Tun ein großes Anliegen.

Der Terminkalender von Nadine Förster ist oft rappelvoll. „Ich mag das“, erzählt sie. „Wenn da irgendwo eine Lücke ist, werde ich schon unruhig.“ Wie sie sich selbst mit drei Worten beschreiben würde? „Busy, busy, busy!“

Nadine Förster, stets von Neugierde und Abenteuerlust beseelt, sieht immer die Möglichkeiten. „Manchen ist mein Out-of-the-Box-Denken auch schnell zu viel“, teilt sie ihre Erfahrungen. Was sie motiviert? „Ich möchte einen positiven Beitrag leisten, die Welt etwas besser und anderen Menschen eine Freude machen.“ Was ihr Angst macht? „… dass wahre Mitbestimmung und Demokratie in diesem Land unter die Räder kommen.“
Text: Ina Schwarz

Das Kalender-Projekt
Mit zwei weiteren Frauen – Kristina Koebe aus Rostock und Hanka Gatter aus Parchim, die in diesem Jahr übrigens zur Frau des Jahres 2023 gewählt wurde – arbeitet Nadine Förster aktuell an einem gemeinsamen Herzens-Projekt. „Wir kreieren einen ganz besonderen Adventskalender“, verrät sie. Für diesen „Landgestaltungskalender“ haben die drei Frauen 24 Ideen gesammelt, mit denen Menschen aktiv ein Miteinander gestalten können. Das Frauen-Trio eint der Wunsch, Menschen zu ermutigen, sich leicht und mit Freude in Gestaltungsprozesse einzubringen. Dadurch, dass sie an verschiedenen Standorten in MV wirken, werden auch unterschiedliche Teile Mecklenburg-Vorpommerns bespielt. Ein Pilotprojekt unter dem Titel „Stadtgestaltung“ lief bereits im vergangenen Jahr erfolgreich in Rostock. Und in diesem Jahr: Wer sich ab sofort über Instagram oder Telegram in die jeweilige Gruppe zuschaltet, bekommt in der Adventszeit täglich eine Inspiration frei Haus geliefert. Ob es darum geht, einen Kuchen für ein Seniorenheim zu backen, einen Verein in der Nähe zu unterstützen, Blut zu spenden oder eine Autofahrt zu teilen. Wer mitmacht, wird überrascht sein und andere überraschen. Dazu Kristina Koebe, die sich in Rostock schon viele Jahre für eine solidarische Gemeinschaft einsetzt: „Mit unserem Kalender wollen wir zeigen, dass unser Land zu gestalten nicht nur wenige betrifft, sondern wir alle mitmachen können. Wir wollen Leute ermutigen, sich ehrenamtlich zu engagieren, Dinge zu teilen und sie auch sichtbar zu machen. Hoffentlich machen viele mit. Uns geht es um ein liebevolles Land(mit)gestalten.“

Alle Infos, Links und auch eine Möglichkeit
zur Anmeldung gibt es immer auch über
www.stadtgespraeche.org/#adventskalender
Telegram: https://t.me/landgestaltungsadventskalender
Instagram: https://www.instagram.com/landgestaltungskalender/

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