Viel Himmel, Deich und Bodden

Hier können Gäste Landluft schnuppern und Ruhe genießen

Ummanz ist flach. Eine Insel kaum über der Meeresoberfläche. Höchste Stelle: knapp sechs Meter. Ein Eldorado für Radfahrer und Deich-Liebhaber. Die 20 Quadratkilometer große Insel gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Ummanz besteht aus 16 Ortsteilen, liegt im Westen von Rügen und gehört mit nur 613 Einwohnern zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands. Die Gemeinde ist geprägt von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sowie kleineren Handwerks- und Gewerbebetrieben.Um Landluft zu schnuppern, kann man bereits in Lieschow den beiden Erlebnis- und Erzeugerhöfen Kliewe und Lange einen Besuch abstatten. Hier trifft man auf Glücksschweine, Streicheltiere, Hofladen mit Rügenprodukten, Café und leckeres Essen.
Am Focker Strom kann man den Blick schweifen lassen. Es gibt viel Himmel und einige Fischerboote. Einen kleinen Leuchtturm sieht man schon von der Brücke aus. Der pompöse Schnitzaltar von 1520 aus Antwerpen in der St.-Marien-Kirche in Waase ist über die Inselgrenzen hinaus bekannt, kann aktuell aber nicht besichtigt werden. Von einem Aussichtsturm in Tankow können im Herbst die Kraniche beobachtet werden. Es gibt ein Surfhostel mit Tiki-Bar. Wer hierher kommt, sucht nicht den Touristenrummel und lange Sandstrände, sondern Natur und Ruhe – aber auch für Aktivurlauber hat Ummanz jede Menge zu bieten: das größte Stehrevier Deutschlands in Suhrendorf bietet perfekte Bedingungen zum Windsurfen, Kiten und SUPen, man kann Reiten, Wandern und ausgedehnte Radtouren unternehmen.

Tipp: Imagefilm Ummanz
In 2021 hat die Gemeinede zusammen mit dem Filmteam Stefan Pocha und Christiane Burwitz aus Vilmnitz für das Netzwerk „Die Rügeninsel Ummanz“ e. V. Aufnahmen für einen Imagefilm gedreht. Den Zuschauer erwarten 4:59 Minuten, die vermitteln, wie einzigartig, liebens- und lebenswert Ummanz ist. Der Film kann hier angeschaut werden: https://www.youtube.com/watch?v=QqCvQgXKP9U oder auch auf der Startseite der Homepage: www.ruegeninsel-ummanz.de

 

Amüsantes up Platt – Ummanzer Urgestein Rita Hoff kennt als Ortschronistin viele Geschichten

Rita Hoff ist ein Ummanzer Urgestein. Viele Jahre hat die heute 77-Jährige die Schule auf der im Westen vorgelagerten Rügeninsel geleitet und als Lehrerin gewirkt. Auch Bürgermeister Holger Kliewe war einst ihr Schüler. Oder Unternehmer Thomas Lange, der heute einen Bauernhof in der Gemeinde betreibt. Rita Hoff kann sich an jede Menge Anekdoten erinnern. Viele davon hat sie aufgeschrieben. Und so soll demnächst ihr zweites Buch der Reihe „Ummanzer Geschichten“ erscheinen – diesmal Schwerpunkt Schule. Der erste Teil mit einer Auflage von 600 Stück ist bereits vergriffen. Auch darin beschreibt die Autorin mit viel Humor und Charme das Ummanzer Leben von Damals und Heute. Und „up Platt“ klingt alles doppelt amüsant. In einer der Geschichten mit dem Titel „De Düwel schitt ümmer up den`n gröttsten Hopen“ geht es um Nullen, Rente und Prozente. In einer anderen um die Vogelgrippe und die alten Fischer. Ein Genuss für jeden Zuhörer – vor allem, wenn Rita Hoff selbst liest.

Rita Hoff schreibt und veröffentlicht ihre Ummanzer Geschichten übrigens zweisprachig – einmal auf Platt und übersetzt ihre Geschichten dann auch ins Hochdeutsche. „Damit auch die etwas davon haben, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind“, sagt sie. Rita Hoff, 1945 in Bergen auf Rügen geboren, ist immer ein offener, spontaner und neugieriger Mensch gewesen. Sogar mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Andrea Merkel hielt sie auf deren Abschiedtour einen kurzen Snack up Platt.
Vor allem nach ihrer Pensionierung recherchiert sie viel zur Ummanzer Geschichte, wird vor 12 Jahren dann zu Ortschronistin berufen. Zwei dicke Chroniken hat sie zusammengestellt. „Das war sehr viel Arbeit“, erzählt sie. Gerade hat sie mit Leif Tennemann telefoniert, denn auch der bekannte Hörfunkmoderator interessiert sich für die Ummanzer Chroniken. Bei Redakteurin Heike Mayer von De Klönkist beim NDR war sie schon mehrmals zu Gast – beziehungsweise umgekehrt, die befreundete Journalistin reiste nach Ummanz, um mit Rita Hoff, die zum Verband plattdeutscher Autoren gehört, zu backen und zu klönen.
Rita Hoffs Wissen ist oft gefragt, ihre Lesungen oder Führungen zu sagenumwobenen Plätzen auf der Insel beliebt. „rügen aktuell“ verrät sie ihren Lieblingsplatz: „Es ist der ‚Hohe Norden’ bei Markow, wenn man nach Suhrendorf will. Dort gibt es einen Aussichtspunkt. Einfach herrlich, wenn dort am Abend die Sonne im Bodden versinkt“, erzählt die zweifache Mutter. Dort spielt übrigens auch eine bekannte Sage auf Ummanz, die eine Art Liebesgeschichte ist und in deren Mittelpunkt weiße Rosen stehen. Den Rosenstrauch dort gibt es wirklich. Und manch Ummanzer hat sich dort schon Ableger geholt. „Und zu meinem 70. Geburtstag hat Karl Peplow, der die Sage aufgeschrieben hat, mir zwei Pflanzen von diesen Rosen geschenkt“, erzählt die Ummanzerin stolz. Karl Peplow, mit dem sie eine Freundschaft verband, ist leider Ende 2020 verstorben.
Rita Hoff wohnt unweit der schmucken Dorfkirche St. Marien in Waase. Viel weiß die ehemalige Lehrerin auch über den bedeutenden Antwerpener Altar zu berichten. Allerdings ist die Kirche für die Öffentlichkeit momentan nur zu Gottesdiensten zugänglich.
Rita Hoff lebt gern auf Ummanz. Sie liebt ihren Garten am Haus mit alten Obstbäumen und duftenden Rosen. „Hier achten die Menschen noch aufeinander“, sagt sie. „Der Zusammenhalt ist echt und wohltuend“, so Rita Hoff dankbar. „Bürgermeister und Gemeinde tun sehr viel für die Senioren“, lobt sie außerdem und erzählt beispielsweise vom E-Bus, dessen Fahrer die älteren Leute nach Gingst zum Einkaufen fährt, wartet, und sogar beim Tragen hilft.
Ja, einmal – vor drei, vier Jahren wollte sie weg. „Ich wollte in Sellin am weißen Strand wohnen, morgens in der Ostsee schwimmen gehen… .“ Doch sie hört auf vertraute Stimme, die sagen, dass sie lieber auf Ummanz bleiben soll. Und so ist es gekommen. Und so ist es gut.

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