Fischertänze und Strandtheater

Die Anfänge von Göhren als Seebad und Kulturort

Mit der Gründung des Ostseebades Göhren im Jahr 1878 kamen nicht nur Badegäste an die hiesige Küste. Auch zahlreiche Künstler sorgten für eine ausgesprochen angenehme Sommerfrische und Kur. Während das Gründungsjahr von Göhren als Seebad auf einer Tafel in der Stützmauer unterhalb der „Residenz Brandenburg“ (einem der ersten Hotels in Göhren) verewigt ist, sind die Anfänge des reichhaltigen Kulturprogramms beinahe vergessen. Zum Beispiel das „Strandtheater“, das in den Sommermonaten 1897 in den Dünen beim Kleinbahnhof errichtet wurde.

Fritz Worm, Lehrer aus Alt Reddevitz, Heimatdichter und Hobbyarchäologe, erinnert sich in seinem Büchlein „Göhren einst und jetzt“ aus den 1920er Jahren mit Begeisterung an die Aufführung einer Dichtung des pommerschen Dramatikers Paul Wendt: „Doch ich ließ nicht nach mit meinem Hinweisungen und Begründungen, und endlich wurde dann in den Dünen in der Nähe des heutigen Bahnhofes eine große Halle von dem Zimmermeister Burmeister errichtet. Im Laufe des Sommers kam die Oper ,Die Rose von Thiessow‘ mit dem Text aus der heimischen Geschichte unter großem Andrang und unter großer Begeisterung ca. dreißigmal zur Aufführung. Die Hauptrollen waren mit den besten Kräften von bedeutenden Bühnen besetzt, auch unsere Mönchguter traten mit 27 Personen im Chore auf, den Pastor Steurich geschult hatte. (…) Die Handlung führt in ein Fischerfest zu Göhren mit seinen Fischertänzen und alten Bräuchen und erzählt die Liebesgeschichte der Hofbesitzerin Rose Ganzow aus Thiessow.“

Und dies blieb nicht das einzige musikalische und kulturelle Highlight in Göhren. Die Sommerfrischler liebten es, die vielfältigen Theaterstücke und Konzerte zu besuchen. Einige nahmen sogar höchstpersönlich daran teil. Als der öster­reichische Komponist Carl Elias Mieses (1867 – 1940), alias Camillo Morena, im Jahr 1909 den Walzer „Ein Sommertag in Göhren“ komponierte, trafen sich einige begeisterte Göhrener Kurgäste im April desselben Jahres am Stammtisch in der Hohenzollernburg in Groß-Lichterfelde bei Berlin und verfassten den Gesangstext dazu. Am 19. Juni hatte der Walzer dann Premiere in der Göhrener Strandhalle.

So beliebt waren die Musik- und Kulturveranstaltungen, dass man ihnen 1925 mit dem Bau des Musikpavillons am Nordstrand ein weiteres festes Zuhause gab, entworfen von dem einheimischen Architekten Paul Menge. Seitdem finden hier bis heute zahlreiche Veranstaltungen statt. Inzwischen sogar nicht mehr nur im Sommer, sondern auch in der kalten Jahreszeit. So hat sich das „Göhrener Strandkorbsilvester“ mit seinem mittelalterlichen Flair und dem Motto „Piraten erobern Göhren“ in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten und größten Silvesterveranstaltungen auf der Insel Rügen entwickelt.

Wer noch weiter in die Geschichte und Geschichten des Ostseebades Göhren und der Halbinsel Mönchgut eintauchen möchte, dem sei ein Besuch der Mönchguter Museen in Göhren ans Herz gelegt. Das dazugehörige Heimatmuseum in der Strandstraße unterbricht sogar die Winterpause und plant spezielle Öffnungszeiten für den Jahreswechsel – wenn es die Corona-Lage erlaubt. Diese sind: täglich vom 26. Dezember bis 2. Januar von 10 bis 16 Uhr (außer 31. Dezember).

Weitere Informationen:
Tel. 038308/6679-0
www.goehren-ruegen.de

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