Mystische Steine nahe der Hertha-Burg

Jasmunder Erzählungen aus dem Sagenkreis rund um die heidnische Erdgöttin Hertha

Bis in die heutige Zeit wird die germanische Göttin Hertha, auch Nerthus – Mutter Erde, in den Rügener Sagen besonders der Halbinsel Jasmund beschrieben. Beispielsweise soll wenige Schritte vom Eingang der Hertha-Burg einmal die stark gewachsene Hertha-Buche gestanden haben, die bei Kulthandlungen für die Göttin einbezogen wurde. Aus dem Rauschen ihrer Zweige sagte der Priester die Zukunft voraus und die Göttin teilte auf diese Weise ihren Willen mit. In der Nähe des Hertha-Sees, am Waldweg nach Hagen, gibt es ein geöffnetes Steinkistengrab. Der Priester der Göttin soll dort das ihr geopferte Geld verwahrt haben. Die Kammer des Großsteingrabs sei daher bei Öffnung bis an den Rand mit Geld und Gold gefüllt gewesen sein und heißt daher „Pfennigkasten“.
Unweit des Burgwalls liegt ein Felsblock, Sagenstein genannt. Auf ihm sind die Eindrücke eines Erwachsenen- und eines Kinderfußes zu sehen. Dazu wird erzählt, dass sich unter den Dienerinnen der Göttin Hertha eine schöne Jungfrau befand, die trotz Verbots einen Ritter liebte und ihn allnächtlich im Wald traf. Dem Hohepriester wurde zugetragen, dass eine Jungfrau ihr Gelöbnis gebrochen hatte. Da keines der jungen Mädchen das Vergehen zugab, befahl er die Steinprobe. Jede musste mit bloßen Füßen über den Stein schreiten. Als die Schuldige den Findling bestieg, drückten sich ihr eigener und auch der Fuß eines kleines Kindes ein. Der Priester stürzte die junge Sünderin daraufhin vom steilen Rand der Kreideküste Stubbenkammer hinab ins Meer. Doch die Göttin ließ die Ungehorsame sanft in die Arme ihres Geliebten hernieder sinken, der sie mit auf sein Schiff nahm.
Der Sagensammler Alfred Haas überlieferte 1920 außerdem die Geschichte der Opfersteine: In der Nähe der Herthaburg liegt ein großer Felsblock, welcher im Munde des Volkes Opferstein heißt. Auf ihm sollen ehemals Menschenopfer dargebracht sein, man weiß aber nicht mehr genau, ob der Hertha oder einer anderen heidnischen Gottheit. Der zu opfernde Mensch wurde, nachdem auf dem Wall der Herthaburg ein feierlicher Opferumgang gehalten worden war, mit dem Rücken in die ausgehöhlte Fläche des Steines gelegt, so dass sein Kopf über die obere Kante desselben hervorragte. Wenn dann der Kopf vom Rumpfe getrennt war, floss das Blut in der an der anderen Seite des Steines befindlichen und noch jetzt sichtbaren Blutrinne ab und wurde in einem ausgehöhlten Steine aufgefangen, welcher sich gleichfalls noch am Fuße des Opfersteines befinde. An die Stelle, wo das Blut von dem Steine abfloss, soll sich niemals Moos ansetzen.
Vermutlich verehrten bereits die nach den Germanen auf Rügen lebenden Slawen eine große Göttin, deren Spuren auch die Christianisierung nicht ausmerzen konnte. Zumindest beherbergten die Buchenwälder Jasmunds mit Hertha-Burg und -See ein bedeutendes slawisches Heiligtum mit Kultstätte. Erhalten blieb das Bild der Göttin Hertha, die zur Erntezeit auf einem Wagen von weißen Kühen durch das Land gezogen wurde. Möglicherweise verlief einmal ein Prozessionsweg vom Pfenniggrab bis hinab an den Hertha-See.

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