200. Geburtstag von Clara Schumann

Johannes Brahms schickte ihr im Juni 1876 Grüße von Rügen

„Rügen aber ist wirklich sehr, sehr hübsch, abgesehen von dem lieben Plattdeutsch, in dem ich mir endlich einmal wieder eine Güte tun kann. Der herrlichste Wald unmittelbar an der See, sie würden entzückt sein, wenn sie darin spazierten. Freilich, das Meer lerne ich hier noch nicht kennen; rauschen und Wogen – dazu braucht die Ostsee wohl besonders böse Laune. Nun, ich will’s abwarten.“ Dies schrieb Johannes Brahms an Clara Schumann und ihre beiden Töchter Marie und Eugenie im Juni 1876 von Sassnitz aus, wo er vom 13. Juni bis 10. August weilte.
Auf der Reise von Wien nach Rügen hatte er Clara und die Töchter für ein paar Tage in Berlin besucht. In seinem Brief bedankte Johannes sich für ihre Gastfreundschaft während des Berlin-Besuchs: „Aber hoffentlich haben sie gemerkt, wie schön wohl es mir bei ihnen war, und wie mir gar die ganze Stadt gefallen hat, weils eben bei ihnen gar so gut und behaglich war.“ Und dann berichtete er, wie gut es ihm auf der Insel gefällt: „Ich wohne sehr schön, die ganze See vor dem Fenster, das Dorf geht links hinab, und Kornfelder grad vor besorgen einstweilen das Rauschen und Wogen. Weils noch früh ist, bezahle ich einstweilen für zwei Zimmer mit Balkon 5 ½ Thaler die Woche, im Allgemeinen wird aber mehr verlangt.“
Die Idee zu dieser Rügenreise kam von dem Sänger Georg Henschel, einem guten Freund. Johannes ließ sich gern dazu überreden, denn er war offensichtlich schon länger auf der Suche nach einer Landschaft, die an Erhabenheit und Schönheit alles übertreffen sollte, was er bisher erlebt hatte. Ihm kamen die besten musikalischen Ideen immer beim Wandern inmitten der Natur. So fuhr er nach Rügen in der Hoffnung, die jahrelange Sehnsucht nach der Vollendung seiner c-Moll-Sinfonie könnte sich vielleicht angesichts der berühmten Kreidefelsen erfüllen.
Johannes weilte viel länger auf Rügen als ursprünglich geplant, was dafür spricht, dass ihn die Landschaft sehr inspirierte. Oft begannen seine Morgenspaziergänge über die mit Buchenwäldern bewachsenen Felsenufer im Morgengrauen, sodass er immer wieder das Schauspiel der aufgehenden Sonne erlebte. Wie produktiv sein Rügen-Aufenthalt wurde, offenbart ein Satz aus dem Brief vom Oktober 1876, den er an seinen Verleger Simrock schrieb: „An den Wissower Klinken ist eine schöne Sinfonie hängengeblieben“. Über acht Wochen ließ Johannes sich von der Rügenschen Landschaft inspirieren und arbeitete am Finale seiner 1. Sinfonie, ehe er in seine Heimatstadt Hamburg zurück fuhr.

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