Frisches Herbstgemüse – ein Genuss

Weiß-, Rot-, Spitz- und Wirsingkohl hat Hochsaison in Restaurants der Rügener Region

Wer zum kulinarischen Herbst nach Rügen kommt, kann die Ostseeinsel auf genussvolle Art entdecken, indem er anhand einheimischer Produkte die regionale Esskultur kennenlernt. Zu den typischen Spezialitäten des Rügener Herbstes zählt auch der Kohl. Leider wird er heutzutage nicht mehr in großem Stil auf der Halbinsel Wittow angebaut, wo dieses gesunde Gemüse aufgrund des hervorragenden Inselklimas ideale Bedingungen zum Gedeihen vorfand. Doch hier und dort gibt es kleine Erzeuger, die ihn jetzt in seiner ganzen Frische auf den Herbstmärkten und Erntefesten anbieten – beispielsweise am 6. und 7. Oktober beim 12. Hoffest der Alten Pommernkate in Rambin. Von 10 bis 18 Uhr hat man dort eine große Obst- und Gemüseauswahl auf dem bunten Herbstmarkt und es gibt Brot aus dem Steinbackofen. Große und kleine Gäste können sich im Holz- und Kürbisschnitzen üben und Kinder sich schminken lassen. Außerdem findet traditionell ein Modellbahn- und Zubehörverkauf, die Weihnachtswelt-Eröffnung sowie vieles mehr statt.

Auch die Rügener Kohlwochen, in denen sich alles um den schmackhaften Weiß-, Rot-, Spitz- und Wirsingkohl dreht, beweisen von Ende September bis Ende Oktober eindrucksvoll, wie köstlich und abwechslungsreich diese deftige Hausmannskost sein kann. Der Verein der Köche der Insel Rügen e.V. startet jeweils mit der großen Kohlpfanne auf dem Ernte­fest am Kap Arkona. Viele Inselrestaurants auf ganz Rügen verwöhnen ihre Gäste dann mit klassischen, modernen und ausgefallenen Kohlgerichten, deren kulinarische Vielfalt in Erstaunen versetzt. Die frisch geernteten Zutaten gelangen direkt in die Restaurantküchen, die vor allem auf regionale Produkte setzen, und werden dort in zahlreichen Variationen zu original Rügener Köstlichkeiten verarbeitet.
Schließlich steht der Kohl der Rügener Region in dem Ruf, ganz besonders nahr- und schmackhaft zu sein. Grund dafür ist das gesunde Seeklima mit der frischen Meeresluft und den optimalen Bodenverhältnissen. Und vielleicht bekommt der eine oder andere nach einer ausgedehnten Wanderung so richtig „Kohl-Dampf“ und selbst Lust, ein Rezept in der Ferienwohnungsküche nachzukochen? Der Vitamin-C-reiche Weißkohl der Insel Rügen ist übrigens auch geschmort ein Genuss. Nachfolgend ein traditionelles Insel-Rezept:

Rügener Schmorkohl

Zutaten
2 l Wasser, 200 g Suppengrün, 350 g Suppenfleisch (Rind), Salz, Pfeffer, 1 Weißkohl, 2 El. Öl, 2 gehackte Zwiebeln, 150 g gewürfelter, durchwachsener Speck, 3 – 4 geräucherte
Knackwürste (oder Kasslerfleisch bzw. kleine Bratklopse), 4 Pimentkörner, 1 Lorbeerblatt, 1 Pr. Thymian, 1 Pr. Majoran, Saft einer ¼ Zitrone, 1 El. Senf, ½ Tl. Kümmel, 4 – 5 El. Kartoffelmehl

Zubereitung
Aus Wasser, geschnittenem Suppengrün, Salz, Pfeffer und Suppenfleisch ca. 1,5 Stunden Brühe kochen. Anschließend durchseihen, dabei etwas Suppengrün durchdrücken. (Ist das Suppenfleisch von guter Qualität, in Würfel schneiden und später mit Knackwurst oder Bratklopsen unter den Schmorkohl rühren. Überschüssige Brühe als schmackhafte Rinderbrühe oder Grundlage für Suppen mit Mehlklößchen oder Nudeln nutzen.) Speck und Zwiebeln anbraten, mit Fett in großen Schmortopf geben, gewaschenen und gehackten Weißkohl zugeben und anbraten. Immer wieder umrühren. Pfeffer, Salz, Piment, Lorbeerblatt, Thymian, Majoran, Kümmel hinzugeben und mit etwas Brühe ablöschen. Dann auf kleiner Flamme schmoren lassen, bis der Kohl weich und braun wird. Während des Schmorens immer wieder etwas Brühe aufgießen, um Anbrennen zu vermeiden. Kurz vor Schluss wieder Brühe zugießen, in Scheiben geschnittene Knackwurst oder Bratklopse oder gewürfeltes, gebratenes Bauchfleisch samt Senf und Zitronensaft unterrühren. Am Ende abschmecken und den kochenden, weichen Kohl mit in etwas Wasser gerührtem Kartoffelmehl binden. Serviert wird der Schmorkohl über Salzkartoffeln.

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