Luftaufnahme von Bergen Auch die Stadt Bergen hatte einst Zugang zur Ostsee | Foto: Stadt Bergen auf Rügen

Bergen liegt am Wasser

Einst befand sich an der Gadmundstraße eine Fischersiedlung

Die Stadt Bergen auf Rügen trägt ihren Namen, weil sie auf dem Rugard-Berg liegt. Das scheint logisch. Weniger logisch scheint, dass die frühere Kreisstadt mit schönem Kloster und Marienkirche auch eine Hafenstadt war. Noch heute existiert die Wasserstraße und nicht weit entfernt davon die Gadmundstraße. Beide beziehen sich auf einstige Aktivitäten an diesem Ort, die mit der Fischerei zu tun hatte.

Am südlichen Fuß der Stadt befand sich eine Siedlung. Erstmals erwähnt wurde sie 1294. Bergen selber hieß damals noch Gora, das slawische Wort für Berg. Einst zog sich wohl eine Wasserzunge vom Kleinen Jasmunder Bodden aus bis in diese ehemalige Gemeinde, deren Name auch „trübes Wasser“ meint. So genannte „Scooten“, das sind schiffbare Wassergeräben führten in die Fischersiedlung. Sie wurden mit flachen Uferbooten, den Schuten befahren.
Urkunden belegen, dass die Fischer von hier aus das „Meerwasser“ beschiffen durften – damit war der kleine Jasmunder Bodden gemeint, der damals noch mit dem Großen Jasmunder Bodden und damit auch mit der Ostsee verbunden war. Über die heutige Vieschstrasse wurden die Fische aber auch andere Waren des täglichen Bedarfs auf den Marktplatz von Gora gebracht. Später verlandete der Wasserlauf. Doch wer von der Königstraße aus schaut, der erkennt noch heute eine Senke, an der Stelle, wo er verlief.
Wie Uwe Hinz, der Chronist und Stadtführer der Stadt Bergen auf Rügen ausführt, gab es wohl immer wieder Streit zwischen den Fischern und den Gutsherren durch deren Land die Wasserstrasse führte. „Die Wasserläufe wurden willkürlich verschmutzt oder verschüttet und so das Beschiffen erschwert. Dabei spielten einige Gutsbesitzer, wie die von Normann und von Scheelen aus Stedar oder aus Dumsevitz die Familie Tiburtius eine nicht förderliche Rolle. Darauf weigerten sich einige Fischer Gebühren zu zahlen.“
Besucher können an der oberen Wasserstrasse sogar noch ein Haus entdecken, das im 17. Jahrhundert ein Fischer erbaut hat. Es wird im Bürgerbuch von 1795 als Eigentum des Fischers Möller genannt. Vor einigen Jahren war das mittlerweile marode Haus von der Stadt zum Abriss freigegeben worden. Uwe Hinz konnte jedoch einen Zimmermann aus Leipzig für das Haus interessieren, der ihm zu neuem Glanz verhalf.

Bergen liegt am Wasser – das stimmt heute nicht mehr ganz. Doch ganz ohne Zugang zum Wasser ist die traditionsreiche Stadt auf dem Berge nicht. Zwischen Zittvitz und Buschvitz, am Kleinen Jasmunder, haben die Bergener sich einen Hafen gebaut. Wer mehr über diesen Aspekt der Stadt und andere historische Fakten hören möchte, der kann von Juni bis September an einer Führung mit dem „Magister Historicus“ Uwe Hinz teilnehmen.

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