„Um Moritzdorf zu verstehen, muss man Moritzdorfer sein“

Jubiläumsband über die Geschichte des Selliner Ortsteils erschienen

Um Moritzdorf ein wenig besser kennenzulernen, sich selbst ein Bild zu machen, dafür empfiehlt sich ein Besuch dieses wunderbaren Selliner Ortsteils. Das Geschichtliche liefert nun Gerhard Parchow gebündelt und gebunden anlässlich des Jubiläums 180 Jahre Moritzdorf. Gerhard Parchow kennt sich in der Selliner Geschichte aus wie kein anderer. Der Ortschronist und ehemalige Leiter des Museums Seefahrerhaus recherchiert und sammelt, interviewt und kauft auf. Alte Ansichtskarten zum Beispiel. Und dann erzählte er jahrelang im Auftrag der Kurverwaltung bei Ortsführungen, Vorträgen und auf Nachfrage im Museum. Und er schrieb. 2010 über Seedorf, 2016 über Sellin und 2018 über die Ortsteile Altensien und Neuensien. Fehlt eins. Genau. Anlässlich des kleinen Jubiläums 180 Jahre Moritzdorf (1841 bis 2021) arbeitete Gerhard Parchow in den vergangenen Monaten unermüdlich an einem Buch über den kleinen Ort an der Bek.

„Im Prinzip ist es nichts anderes als bei den anderen Büchern auch. Wir erzählen die Geschichte der Häuser und ihrer Besitzer“, so Parchow. Mit „Wir“ meint er sich und Christiane Burwitz aus Vilmnitz. Die Grafikerin brachte die gesammelten Texte und Bilder in Form und gestaltete das Buch – wie schon die drei zuvor. Und so behandelt Parchow die einzelnen Entwicklungen der Häuser im Laufe der Zeit bis zur Bodenreform 1949. „Das hat einen Grund. Mit den neuen Grundbüchern  können  wir uns  nicht  befassen. Datenschutz.  Dafür werden dem Buch aber zwei  Seiten angefügt. Mit der Überschrift ‚Mein Haus‘. Da kann sich dann jeder Eigentümer selbst die Grundbucheinträge anfordern und seine Hausgeschichte zu Ende schreiben“, erklärt der Selliner.

Darüber hinaus gibt das Buch Informationen zu den Erwerbszweigen in Moritzdorf: Fischerei, Landwirtschaft und Seefahrt. Ein weiteres Kapitel widmet sich Persönlichkeiten, die mit Moritzdorf in Zusammenhang gebracht werden können. Lyonel Feininger zum Beispiel 1892 oder den Kunstmaler
Karl Weise, dem von 1924 –1929 die Moritzburg gehörte. Oder aber auch Wilhelm Möller, der Erbauer der Moritzburg und einstige Dorfregent. Und natürlich darf die Ruderbootfähre und ihre Geschichte seit 1891 nicht fehlen.

„Es gibt auch ein Kapitel, das ‚Mein Moritzdorf‘ heißt. Dort berichtet Prof. Dr. Leißring zum Beispiel über das Dorf, in dem er als junger Student in den Semesterferien auf der Moritzburg kellnerte und heute regelmäßig in seinem kleinen Hinterhaus zu Besuch ist.“

Das fertig gedruckte, 156 Seiten umfassende Buch, wurde im August präsentiert. Natürlich in Moritzdorf! Und der so verdiente Selliner Ortschronist wurde bei dieser Gelegenheit zum Ehrenbürger ernannt.

Das Buch ist für 20 € in der Kurverwaltung, Warmbadstr. 4, in der Touristinfo im Seepark und auch in der Selliner Bücherstube in der Wilhelmstraße erhältlich.

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