Leben und arbeiten im Paradies von Rügen

Christiane Burwitz und Stefan Pocha und
ihre Liebe zur Insel und zum Beruf

Wer durch das Örtchen Vilmnitz fährt, keine fünf Minuten von der Fürstenstadt Putbus entfernt, kommt auch an der Kirche mit dem Küsterhaus vorbei. Hochgewachsene Kastanien geben den Blick auf das Fachwerkhaus mit dem Reetdach frei. Der Garten steht in voller Blütenpracht. Es duftet nach Frühling. Bussarde und Adler kreisen. Die wärmenden Sonnenstrahlen locken die Bienen. Wer hier lebt, lebt im Paradies. Das wissen auch Christiane Burwitz und Stefan Pocha. Erfüllt von Glück und Dankbarkeit finden die Fotografen,
Filmemacher und Grafikdesigner hier Kraft für ihr kreatives Schaffen. Das Studio mit Küchenanschluss ist Sonnenlichtgeflutet. Hier fotografieren sie Produkte; kreieren Speisen, in Zeiten von Corona besonders liebevoll angerichtet, dekoriert und mit der Kamera festgehalten. Kräuter stammen aus dem heimischen Garten. Im Dachgeschoss büffeln die Söhne Hanno (14) und Fiete (12) für die Schule. Seit 1997 sind Christiane und Stefan ein Paar, ihre Liebe zum Beruf hat sie in Putbus zusammengeführt.

Ihre Projekte führen die beiden um die ganze Welt. Für die Hotelkette Dorint haben sie Häuser europaweit fotografiert, Reisefilme in Thailand gedreht. Zu ihren erfolgreichsten Aufträgen gehört das Projekt „52 Gesichter der Insel Rügen“. Zusammen mit dem Rügener Journalisten Holger Vonberg haben sie im Auftrag der Tourismuszentrale Rügen spannende Geschichten zum Thema Mauerfall aufgezeichnet. Noch heute erreichen die Protagonisten Anfragen von Fernsehsendern aus ganz Deutschland. Christiane, auf Rügen geboren und aufgewachsen, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein studiert. Stefan, aus Sachen-Anhalt stammend, hat erst auf den gutgemeinten Rat seines Vaters Elektroniker gelernt, später
dann an der Fachhochschule für angewandte Kunst im Ostseebad Heiligendamm studiert. Sein technisches Verständnis kommt ihm heute beim Einsatz seiner Kameras und im Haus zugute.

An dem Ort, an dem beide seit 2007 leben und arbeiten, waren sie 1997 schon einmal. Damals waren sie für einen Vilmnitzer Kirchenführer unterwegs, ihr erster gemeinsamer Auftrag. Zu dieser Zeit war das Küsterhaus noch in der Hand von dem Bildhauer und Zeichner Prof. Werner Stötzer. Stefan verliebte sich nicht nur in Christiane, sondern auch in das Haus, auch Drehort in dem Film „Die Heiden von Kummerow“. „Ich wollte es mieten, doch Werner Stötzer bot es mir zum Kauf an. Damals war ich noch Student“, erinnert er sich. Stötzer war seit 1977 im Besitz des Hauses. Von behördlicher Seite gefördert, sollte er hier einen Arbeitsplatz zur Realisierung des Marx-Engels-Denkmals bekommen. Jedoch schuf er sieben Reliefs in weißen Marmorblöcken zum Thema
„Lebenswerte“ für das Marx-Engels-Forum in Berlin. Noch heute befinden sich Marmorblöcke inmitten des Gartens.

Christiane Burwitz und Stefan Pocha sprudeln vor Lebensfreude, doch Corona lässt auch sie nachdenklich werden. „Wir haben uns entschlossen, mit Videoclips und Fotos den Menschen zu helfen, die in ihrer Existenz bedroht sind und sie dringend nötig haben“, sind sich die auf Rügen stark verwurzelten Designer einig. Viele Rüganer haben ihr Hilfsangebot bereits angenommen, Antje Beilfuß von der Selliner Büchstube zum Beispiel, Galerist Knut Hartwich und der Treppenbäcker in Sellin sowie das Monte Vino – Die Weinhandlung auf Rügen. Platz für Ideen haben Christiane und Stefan reichlich; hier, in dem Inselteil, den Heimatforscher Johann Jacob Grümbke in seinen Aufzeichnungen als das „wahre Paradies von Rügen“ beschreibt.

Weitere Informationen:
www.pocha.de

und auf Instagram:
@stefanpochafilm | @christianepochafilm

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