Märchenhaft verzaubert können Besucher den Leuchtturm auf der Mole in kalten Wintern erleben | Foto: Ralf Eppinger

Schutz und Wahrzeichen zugleich

Die Außenmole in Sassnitz ist ein Bauwerk mit langer Geschichte

Nirgendwo spürt man so deutlich, dass Rügen eine Insel ist, wie im Stadthafen von Sassnitz. Ganz besonders stark wird das Gefühl bei einem Spaziergang auf der Außenmole. Seit 2013 ist sie nicht mehr die längste Außenmole Europas, denn die polnische Stadt Swinemünde hat ihr den Rang abgelaufen. Der neue Wellenbrecher ist mit 2990 Metern fast doppelt so lang wie ihre ältere Schwester im Sassnitzer Stadthafen. Die misst rund 1450 Meter, doch ist trotzdem eine schöne Gelegenheit, zum Leuchtturm an ihrem Ende zu laufen und sich dem Fernweh hinzugeben.
Die erste Außenmole wurde von 1889 bis 1922 erbaut und sollte vor allem den Fischereihafen schützen. Sie war 380 Meter lang und nicht wie heute mit dem Festland verbunden. Man fürchtete, dass sich Steine dort ablagern und die Hafeneinfahrt behindern könnten. Darum ließ man eine Lücke von rund 80 Metern, die mit einer Holzbrücke überquert werden konnten. Später wurde sie in westliche Richtung verlängert und auch die Lücke zur Landseite hin wurde geschlossen.
1937 wurde die Mole erneut verlängert und war mit 1444 Metern bis 2013 die längste Außenmole Europas. Pfahlwände, die miteinander verankert waren, stabilisiert durch Steine, die in die Zwischenräume geschüttet worden waren und eine seeseitige Brüstungsmauer sollten die Mole sicher machen. Doch dem legendären Eiswinter 1978/79 konnte das Bauwerk nicht standhalten. Die Mole wurde stark beschädigt und für viele Jahre für den Besucherverkehr gesperrt. Auch wenn der gesamte Norden in Ost und West damals im Schnee versank und auch der Süden später betroffen war – auf Rügen waren die Ereignisse tatsächlich besonders dramatisch, weil die staatliche Führung viel zu spät reagiert und auf diese Weise zahlreiche Notsituationen entstanden.
Innerhalb weniger Stunden versank der Norden durch Eisregen unter einem dicken Eispanzer. Dann folgte ein Schneesturm, der 72 Stunden lang anhielt. Der Rügendamm wurde unpassierbar und am 29. Dezember 1978 war die Insel Rügen komplett von der Außenwelt abgeschnitten, da auch Strommasten und Telefonleitungen betroffen waren. Auch der Turm auf der Sassnitzer Außenmole wurde so stark beschädigt, dass er abgebaut werden musste.
Erst nach 1990 wurde die Mole grundlegend instandgesetzt und 1993 war die Sanierung von Leuchtturm und Sockel abgeschlossen. Die Stadt konnte wieder mit ihrem Wahrzeichen werben. 2017 wurden noch Bänke aufgestellt, damit wurde aus dem Bauwerk mit praktischem Nutzen für die Schifffahrt wieder eine begehbare Sehenswürdigkeit der Hafenstadt.

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