Die Schlingnatter beisst schnell zu, ist aber vollkommen ungiftig | Foto: Christian Fischer

Seltene Schlangen auf Rügen

Schlingnatter und Zauneidechsen leiden, wenn ihr Lebensraum schwindet

Immer dort, wo natürliche Flächen zu stark genutzt werden, leidet die Tier- und Pflanzenwelt. Auch auf Rügen führt die intensive touristische Beanspruchung der Natur zum Verlust der Vielfalt. Dabei ist es doch gerade das Naturerlebnis, das viele Menschen bewegt, ihre Ferien auf der Ostseeinsel zu verbringen. Vor Schlangen braucht sich hier niemand zu fürchten. Zum einen, weil die heimischen Arten meist ungefährlich sind, zum anderen jedoch, weil sie so scheu und selten sind, dass man ihnen kaum begegnet. Es ist nicht bekannt, wo Glattnattern und Zauneidechsen auf Rügen aktuell noch vorkommen. Das liegt auch daran, dass viele Menschen die heimlich lebende Glattnatter mit der Kreuzotter verwechseln. Im Unterschied zur Glattnatter, ist ihr Biss giftig und Gartenbesitzer neigen dazu, die vermeintliche Gefahr zu töten.
Die Glattnatter wird auch als Schlingnatter oder Haselnussnatter bezeichnet. Im Gegensatz zur Kreuzotter hat sie runde Pupillen, keinen Überaugenwulst und auf dem Rücken keine Zickzackband-Musterung. Die Kreuzotter zeichnet sich hingegen durch senkrechte Pupillen, einen starken Überaugenwulst und (meist) eine deutliche Zickzackband-Musterung auf dem Rücken aus. Obwohl die Glattnatter schnell zubeißt, ist sie vollkommen ungiftig. Die Kreuzotter hingegen ist giftig. Auf Rügen hat die Art eines ihrer wichtigsten Vorkommen im ganzen Bundesland.
Glattnatter und Zauneidechse stehen in Deutschland aufgrund ihrer starken Gefährdung unter Naturschutz. Europaweit sind sie nach der EU-FFH-Richtlinie, Anhang IV, ebenfalls streng geschützt. Die auf Rügen in Gärten häufige, doch ebenfalls gefährdete, Waldeidechse wird häufig für eine Zauneidechse gehalten. Doch Zauneidechsen sind deutlich größer und plumper als Waldeidechsen. Sie können bis zu 30 cm lang werden. Kennzeichnend sind größere, oft rechteckig aussehende, braune Flecken auf dem Rücken, die einen weißlichen Kern haben. Bei den Zauneidechsen unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich voneinander. Während die Männchen vor allem zur Paarungszeit deutlich grün gefärbt sind, sind die Weibchen unscheinbar braun gefärbt. Auf Rügen gibt es einzelne Nachweise und Sichtungen von Zauneidechsen.

Weitere Informationen:
www.nabu-ruegen.de

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