Hirsche im Putbuser Schlosspark Im Putbuser Schlosspark gibt es ein Wildgehege – doch das Schloss wurde gesprengt | Foto: Tourismuszentrale Rügen

Das verlorene Schloss zu Putbus

Seine letzten Reste fielen einer Sprengung im Jahre 1964 zum Opfer

Die Begeisterung der Besucher ist groß. Manchmal finden sie die fürstliche Residenzstadt eher zufällig. Sie sind eigentlich unterwegs, über die alte Bäderstraße in die Ostseebäder, um dort ihre Ferien zu verbringen. Doch wenn sie sich die Zeit nehmen, die Stadt zu erkunden, ist ihr Bild von der Insel Rügen um eine starke Facette reicher geworden. Rosenstöcke vor jedem Haus, der wunderschöne Park mit seinen Jahrhunderte alten Bäumen, das klassizistische Theater und die Galerien bringen sie ins Schwärmen. Doch obwohl die Stadt in den letzten Jahren tatsächlich zum kulturellen Zentrum der Insel Rügen geworden ist, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern hier zu Gast sind und sommerliche Kunstevents an mehreren Standorten stattfinden, scheint ein Dämmerzustand über der Stadt zu liegen. Einheimische haben unterschiedliche Erklärungen dafür – das fehlende Kapital in einer nur 5000 Bewohner zählenden Stadt, mangelndes Interesse der Stadtverwaltung, die Visionen des Fürsten Malte, die immer schon zum Scheitern verurteilt waren und so fort. Tatsächlich fehlt dem Ort ein Zentrum und zwischen dem Rondellplatz Circus und dem rechteckigen Markt finden sich auch Gäste oft nicht zurecht. „Wo ist denn hier das Zentrum?“ fragen sie und meinen Cafés, Boutiquen und Geschäfte. Doch vielleicht spüren sie auch, dass der eigentliche Kraftort, das Residenzschloss, nicht mehr vorhanden ist. Vom Bildhauer Friedrich Drake, einem berühmten Vertreter der Berliner Bildhauerschule, ließ seine Witwe den Fürsten Malte aus Carrara-Marmor fertigen. Von Drake stammt auch die Viktoria auf der Berliner Siegessäule – er ist also in vielversprechender Gesellschaft. Doch sein Blick fällt auf eine grüne Wiese. Denn das Schloss, das er einst stolz in den Blick nahm, steht nicht mehr. Es wurde in den 1960er Jahren gesprengt und diese Tatsache macht viele Bewohner der Stadt noch heute traurig. Zuerst wurde der Mitteltrakt entfernt, damals noch mit dem Plan, einen früheren Zustand wieder herzustellen. Dann geschah lange nichts – bis 1957 in Berlin der Abriss beschlossen wurde. In mehreren Sprengungen rückte man dem Schloss zu Leibe, dessen Baugeschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückführt.

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