Meister am Werk

Edelobstbrände aus Lieschow schreiben seit Jahren Erfolgsgeschichte

„Das Leben ist zu kurz,
um schlechten Schnaps zu trinken.“

So die Philosophie von Maren und Rainer Hessenius. Beide sind Meister der Brennkunst und betreiben mit Herzblut und Know-how die 1. Edeldestillerie Rügen. Seit Jahren schreiben sie mit ihren Edelobstbränden,
Likören, Aquavit und Gin eine Erfolgsgeschichte, die in TV und Presse schon oft erzählt wurde.

Bei hochsommerlichen Temperaturen besuchte „rügen aktuell“ das Unternehmer-Paar in Lieschow, nahe der kleinen Rügen-Insel Ummanz, an der westlichen Boddenküste. Dort, „wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“, hat Rainer Hessenius einige Millionen investiert und ein kleines, aber feines Obstbrand-Imperium geschaffen. Bodenqualität und die klimatischen Verhältnisse arbeiten ihm verlässlich zu. „Unsere alten Obstsorten schätzen die Thermik des skandinavischen Gebirgszuges“, erklärt der gebürtige Ostwestfale. „Rügen ist mit Sonnentagen reich gesegnet, die Böden sind fruchtbar, die Luft noch sauber“, erzählt er. Viele gute
Gründe, die Hessenius bei seinen ersten Inselbesuchen Anfang der 90er schnell erkannt hat. Vor allem die seltenen, oft Jahrhunderte alten Obstsorten, die es auf der Insel gab, hatten es ihm angetan. „Schon die Slawen
haben um 950 auf Rügen Obstbau betrieben“, schwärmt er. Diese Werte zu erhalten, war ihm immer ein Anliegen. 1000 Bäume hat er gepflanzt. Und bis heute sind Äpfel wie Alkmene, Carola, Johannes Böttner oder die Birne Conference die Grundvoraussetzung einer einmaligen Produktqualität, die, gepaart mit Wissen, Erfahrung und einem „Händchen“ fürs Destillieren bereits 2006 auch das Bio-Siegel einbrachte.

Maren und Rainer Hessenius lieben, was sie tun. Beide kommen aus der Top-Gastronomie. Das Paar teilt sich nicht nur Privatleben und die Arbeit in der Destillerie, sondern auch einen Perfektionismus, den der Kunde am Gaumen schmeckt. „Wir kennen hier jeden Apfel mit Vornamen“, sagt Maren Hessenius. Voller Leidenschaft erzählt sie, wie sie in nur zweieinhalb Tagen 28.800 Birnen p.P. entstielt haben. Per Hand! Jeder Apfel, jede Birne wird so begutachtet. „Eine belastete Frucht kommt bei uns nicht in die Maische“, so die 55-Jährige mit konsequenter fröhlicher Stimme.

Beide geben zu: „Wir lieben es, Niveau auf die Spitze zu treiben!“
Kennengelernt hat sich das Paar übrigens auf der Insel. Es war der 17. Dezember 1999 auf einer winterlichen Vernissage in Lohme. Es wurde ein langer Abend und schließlich tranken beide Champagner aus Suppentassen …. Aber das ist eine andere Geschichte. Die beiden sind seit 21 Jahren verheiratet und können trotz der Nähe noch heute bis in die frühen Morgenstunden miteinander quatschen und sich über alles austauschen.

Maren Hessenius hat über die Brennkunst viel von ihrem Mann gelernt. Als Koch und Küchenmeister mit über 55-jähriger Erfahrung beherrscht dieser den Umgang mit hochwertigen Rohstoffen . . . und zwar aus dem EffEff. Sein Wissen rund um die Brennerei, hat er sich bei hochkarätigen Wissenschaftlern geholt – unter anderem die Schulbank an der Uni Stuttgart-Hohenheim gedrückt. Es grenzt fast an ein Wunder, dass der Meister selbst selten einen seiner Brände verkostet. Er macht alles über die Nase. „Wenn dann die ersten Aromen aus dem Kessel steigen, dieses reintönige Bouquet und das Volumen kommen … mehr braucht es nicht“, beschreibt Hessenius Momente vor seinem Brenngerät. Der Erfolg gibt dem 70-Jährigen Recht.
Und wer weiß, vielleicht war es ja damals schon ein gutes Omen, dass zur Eröffnung 1998 schwarze Limousinen auf dem Gelände in Lieschow vorfuhren, eine Frau eskortiert aus einem der Wagen stieg und die Eröffnungsrede hielt: Es war Angela Merkel. Damals noch Umweltministerin.
Text: Ina Schwarz

Lieschow 18, 18569 Ummanz
Telefon: 03805/55 300
www.1ste-edeldestillerie.de

Hochgefühle zwischen Baumwipfeln erleben

Auf dem Baumwipfelpfad in Prora die Natur in luftiger Höhe entdecken.

weiter

Auf Spurensuche durch das Ozeaneum

Spannender Herbst im Deutschen Meeresmuseum Stralsund

weiter

Mehr als ein Fährort im Westen der Insel

Schaprode als Eingangshafen der Christianisierung Rügens

weiter

Hochzeit auf Hiddensee

Asta-Nielsen-Haus „Karusel“ besitzt seit 2015 ein Trauzimmer Sie war die Tochter eines Schmieds und einer Wäscherin und hatte weiter