- Foto: Dieter Lindemann
Einladung in die Kirchen des Nordens
1. Juli 2026Zum 18. Mal lädt der Kirchenmusiksommer mit 67 Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Filmeabenden wieder zu hochkarätigen Veranstaltungen in den Norden der Insel Rügen ein. Dazu hat Pfarrer Ohm wieder ein Programm zusammengestellt, das spirituelle, politische und kulturelle Themen auf wunderbare Weise miteinander verknüpft und dazu einlädt, den Rügener Inselnorden zu entdecken. Spielorte sind die evangelische Pfarrkirche in Altenkirchen, die Kapelle Vitt, die St. Pauli-Kirche in Bobbin, die Paulus-Kapelle in Dranske, die Kirche St. Georg in Wiek und das Kosegartenhaus in Altenkirchen. In diesem Jahr richtet sich der Fokus unter anderem auf Komponisten, Dichter und Schriftsteller, die biografisch, geografisch oder literarisch mit Rügen in Berührung gekommen sind – sowie dem Unbekannten und Vergessenen.
Am 8. Juli liest die Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa und Gründerin von „Memorial“ im Kosegartenhaus aus ihren Lebenserinnerungen. Am 13. Juli liest Annette Gröschner aus ihrem preisgekrönten Roman „Schwebende Lasten“ lesen und Gunnar Deckers geht im Franz von Assisi-Jahr dessen „Traum vom einfachen Leben“ in der Lesung der Biografie nach. Profn. Heimbach-Steins (Münster) wird unter dem Thema „Demokratie unter rechtsautoritären Druck“ die Positionen der Kirchen zu rechtspopulistischer Politik darstellen. Der Historiker Karsten Krampitz wird am
18. August das Jahr 1976, in welchem sich Veränderungen in der DDR-Gesellschaft anbahnten, die später auch zur Friedlichen Revolution führten, beleuchten und am 13. August aus seinem Roman „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ (2025) lesen.
Der Kirchensommer 2026 widmet sich stets interessanten Themen, die bislang zu wenig Beachtung fanden. So stehen am 11. Juni der wenig bekannte, aber bedeutendste pommersche Holzbildhauer des Barock Elias Keßler (1693 – 1728), am 30. Juli die in Altenkirchen aufgewachsene Schriftstellerin Clara von Sydow (1857 – 1928) oder am 9. September der Schriftsteller, Arzt und Sozialethiker Carl Credé (1878 – 1952) im Mittelpunkt von Vorträgen oder Lesungen. Credé hat mit seiner jüdischen Frau in Lohme den Nationalsozialismus überdauert. Dr. Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker wird am 16. Juli die oft übersehene Situation der christlichen Kirchen in islamischen Ländern in den Blick nehmen.
Musikalischer Höhepunkt wird die Aufführung des „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach sowie Vertonungen weiterer Komponisten für großes Barockorchester und Chor am 31. August in Altenkirchen sein. Fünf Jazzkonzerte (Pascal von Wroblewsy u. a.), Kammer- und Chormusik von Komponisten des 16. bis 21. Jahrhunderts ergänzen die vielfältigen Veranstaltungen in den Kirchen Nordrügens. Vom 1. Juli bis zum September sind in der Kirche in Altenkirchen unter dem Titel „Schöne Aussicht“ Werke des Mecklenburger Malers Matthias Kanter zu sehen.
Zu dem Programm gehören auch immer besondere Gottesdienste, die einem Thema oder auch einer Gruppe von Menschen gewidmet sind. So findet am 3. Juli
um 18 Uhr im Hafen von Lohme ein Hafen- und Seglergottesdienst mit Posaunenchören von der Insel statt. Am 19. Juli heißt es „Alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn“, wenn passend dazu der Gottesdienst auf dem Berg südlich vor Bobbin stattfindet. In Erinnerung an Pfarrer Kosegarten, der die Uferpredigten einst eingeführt hat, findet am 26. Juli um 15 Uhr ein ökumenischer Ufergottesdienst am Hochuferweg Vitt-Arkona mit dem Posaunenchor Nordrügen statt
Weitere Informationen
kirche-altenkirchen-ruegen.de
