- Der Rügener Autor André Farin ist ein Experte in Bezug auf den Putbusser Schlosspark | Fotos: Christoph Gebler
- Der Schwanenteich bildet einen bewussten Bestandteil des englischen Landschaftsgartens, der im 19. Jahrhundert angelegt worden war
Parkführer für Putbus
4. Juni 2026Ein Führer durch den englischen Landschaftsgarten
In seinem neuen Parkführer für Putbus beschreibt der Rügener Autor André Farin kenntnisreich diesen einzigen Park im Stil der englischen Landschaftsgärten auf Rügen. Sein Blick richtet sich dabei auf die Pflanzen- und Tierwelt ebenso wie auf die Geschichte der Bauwerke und Denkmale in dem Areal.
André Farin spannt erstmals einen größeren Bogen und stellt dafür seine umfangreiche Sammlung an Materialien einem breiten Publikum zur Verfügung: Nachrichten über die Geschichte der Familie zu Putbus und ihre Parkanlage, Berichte über besondere Gäste des Parks, Sagen und Anekdoten, Rezepte und kleine Tipps für Kunst und Kultur sowie Sport und Spiel.
Auf diese Weise entsteht ein umfangreicher Überblick über den Besuchermagnet im Südosten der Insel Rügen. Über das einmalige Gartenkunstwerk und seinen neuen Führer durch den Putbusser Park auf Rügen sprachen wir mit dem Autor André Farin.
Parkführer für den Putbusser Landschaftsgarten gab es schon viele. Was ist das Besondere an Ihrem neuen Werk?
Das stimmt. Gefühlt alle zehn Jahre erscheint eine Broschüre mit den wichtigen Bäumen und Bauten im Park. Gespickt mit lateinischen Namen, Jahreszahlen und einigen Anekdoten. Für den ersten und kurzzeitigen Blick auf den Landschaftsgarten mag das reichen. Ich empfand das schon lange als nicht zufriedenstellend. Denn der Putbusser Park ist eine der Besonderheiten auf Rügen. Daher habe ich Geschichte und Gegenwart tiefgründiger beleuchtet und aufgenommen. Texte über die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt werden ergänzt durch weitere Informationen, wie etwa über Baudenkmale, besondere Gäste, einfache Rezepte, Sportmöglichkeiten oder passende Sagen.
Das klingt nach einer Menge an Text, den man beim Spaziergang durch den Park lesen muss. Haben Sie vorher einen Praxistest gemacht?
Natürlich. Das half mir zuerst bei der Einteilung des Parks in sechs Bereiche, die mit unterschiedlich viel Zeitaufwand besucht werden können. Was die Texte anbelangt, sind alle kurz und prägnant gehalten. Zum Beispiel kann man auf dem ehemaligen Schlossplatz stehen und die Beschreibungen über das Malte-Denkmal, den Marstall, die Orangerie und die Schlosspergola lesen. Dabei schaut man abwechselnd in alle vier Himmelsrichtungen. Ideal finde ich es auch, wenn man eine der Bänke oder Liegen im Park nutzt, um lesend in den Park einzutauchen. Wer mehr erfahren möchte, wird im Literaturverzeichnis fündig.
Lesen im Park, das klingt nach einem guten Konzept. Wäre da eine digitale Variante Ihres Parkführers in der heutigen modernen Welt nicht sinnvoller?
Nun, das war mein erster Gedanke, als ich zusammen mit der Putbusser Kurverwaltung an die Planung des Parkführers ging. Dabei entstand übrigens ein zweites Produkt: ein Audioguide durch die Stadt und den Park von Putbus. Und trotzdem wollte ich ein gedrucktes Buch herausbringen, weil wir noch nicht ganz dem digitalen Wettlauf mit Daten aller Art verfallen sollten. Für mich zählten dabei persönliche
Lesebedürfnisse, die ich mit vielen Mitmenschen teile:
Mit einem Buch in der Hand entspannt durch den Park laufen, ein überschaubares Maß an Informationen dabei und viel Zeit um mit Geschichte und Geschichten in ein einmaliges Gartenkunstwerk auf
unserer Insel einzutauchen.

