Geburtstagsausstellung für Annelise Hoge

Malerei und Grafik der Rügener Künstlerin in der Orangerie Putbus

 

Vordergründige Modernismen sind nicht unbedingt ihre Sache. Laut, forsch und knallig kommt weder ihre Kunst noch sie selbst daher. Vielleicht gerade deswegen ist Annelise Hoge die Grande Dame der zeitgenössischen Rügener Kunstszene. Nun kann sie auf 80 Lebensjahre und eine 60-jährige Schaffensperiode zurückblicken. Vom 3. Mai bis zum 28. Juni zeigt die KulturStiftung Rügen eine umfassende Schau mit ihren Werken.

Ihre Malerei wie Grafik wirkt in Farbe und Strich immer zurückhaltend. In ihrer Malerei lugen aus flächigen geometrischen Farbkombinationen eher schemenhaft Figuren hervor. Ähnlich verhält es sich mit ihren Holz- oder Linolschnitten, wo Figürliches aus der Anmutung von Materialstruktur, Linie und Fläche entsteht. Häufig ganz ohne Figuration kommen ihre Landschaftsaquarelle aus. Natur und menschliches Empfinden scheinen wie aus einer verwunschenen Welt aufzusteigen und seltsam zu verwachsen. Annelise Hoge hat ihre Sinnsuche kontinuierlich und ohne spektakuläre Brüche betrieben. Ihr Rüstzeug erhielt sie beim Studium in Dresden sowie als Meisterschülerin von Werner Stötzer an der Akademie der Künste in Berlin. Ihre Kraft zog sie, trotz oder gerade wegen ihrer Bescheidenheit und Zurückhaltung, aus sich selbst und ihrer Familie. Der ästhetische Austausch mit ihrem verstorbenen Mann, dem Architekten und Denkmalschützer Hermann Hoge, gab ihr Anregungen und Zuversicht.

Die Söhne Hans und Klaus haben eigene künstlerische Intentionen sicherlich auch aus dem familiären Diskurs erfahren. So sind in der Ausstellung auch Zeichnungen von Hermann Hoge und Plastiken von Hans Hoge ausgestellt. Hans, Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf und Meisterschüler von Tony Cragg, ist als freischaffend Bildhauer tätig und lebt inzwischen wieder auf Rügen. Sein Anliegen sind Beziehungen von Mensch, Architektur und Kunst im öffentlichen Raum. (Text: Reinhard Litty)

Annelise Hoge wurde 1945 in Schönfeld bei Dresden geboren und studierte nach einer Maurerlehre an der TU Dresden Architektur, später an der Hochschule für Bildende Künste Dresden freie Kunst und war Meisterschülerin von Werner Stötzer. Von 1973 bis 1981 und wieder ab 1986 lebt und arbeitet sie auf Rügen.  Ihre Werke wurden in zahlreichen nationalen und  internationalen Ausstellungen gezeigt.

Zur Eröffnung am 2. Mai 2026 um 17 Uhr spricht der renommierte Kunstwissenschaftler Christoph Tannert, der auch den einführenden Text zum aktuell erschienenen Kunstkatalog Annelise Hoges verfasst hat, der bei rügendruck gestaltet und gedruckt wurde. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni zu sehen.

 

Weitere Informationen
kulturstiftung-ruegen.de

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