- Der Fotograf war bekannt für seine natürliche Darstellung weiblicher Körper, doch er hat auch mit Licht und Schatten experimentiert | Foto: Klaus Ender
- Für Klaus Ender stand immer die Schönheit im Fokus – so wie hier in der fast abstrakt anmutenden Pflanzenfotografie in Form einer Doppelbelichtung | Foto: Klaus Ender
- Die ursprüngliche Landschaft Rügens hat Klaus Ender zu interessanten Fotografien inspiriert | Foto: Klaus Ender
Ein Leben für die Poesie
1. Mai 2026Fotograf Klaus Ender hätte in diesem Jahr sein 60-jähriges Berufsjubiläum gefeiert
Der Fotograf Klaus Ender widmete sein Leben der Schönheit, die er vor allem in der Natur fand. Blätter, Gräser und Blumen aber auch Stimmungen, Spiegelungen, Nebel und Licht-Schatten-Spiele faszinierten ihn ebenso, wie ebenso wie der weibliche Körper. So war sein Name bereits in den 1960er Jahren ein Begriff für dezente und würdevolle Aktdarstellungen. Durch seine zahlreichen Veröffentlichungen in „Das Magazin“ und später auch in vielen anderen Zeitschriften wurde Klaus Ender (1939 – 2021) einem breiten Publikum bekannt. Mit der von ihm 1975 initiierten ersten Aktausstellung der DDR „Akt & Landschaft“ schrieb er Zeitgeschichte.
Auf Rügen landete der Saisonbäcker 1962. Schon zu dieser Zeit war er ein ambitionierter Fotoamateur. Als Freigeist schätzte er die unbefangene Atmosphäre der FKK-Strände und lernte schnell die ursprüngliche Natur Rügens lieben. Die Weite des Meeres, die romantischen Boddengewässer, die Buchenwälder, die liebliche Hügellandschaft Mönchguts oder die beeindruckende Kulisse der Kreideküste begeisterten ihn. Darum war der Naturliebhaber zeitlebens auch der Landschaftsfotografie verbunden. Für seine Werke erhielt er viele Auszeichnungen, darunter 1979 den internationalen Ehrentitel „Artiste FIAP (AFIAP)“.
1981 übersiedelte Klaus Ender nach Österreich. Mit diesem Weggang wurde er für die DDR zur „Persona non grata“. Alle Unterlagen über ihn und seine Arbeit in den Archiven wurden getilgt. Doch schon nach wenigen Jahren hatte sich der Einzelkämpfer in Österreich etabliert. Als Weltenbummler und Fotograf bereiste er Nationalparks der USA, erlebte die Exotik Hawaiis und die erhabene Eiswelt der Antarktis. Für renommierte Foto-Zeitschriften in Deutschland und in der Schweiz schrieb er Fachartikel. Internationale Firmen warben mit seinen Bildern. Sein Schwerpunkt waren Bildbände und Kunstkalender. Über zehn Jahre lang arbeitete er für den Tourismusverband in Österreich.
„Klaus Ender suchte nie die Sensation,
für ihn waren es stets die kleinen Dinge
am Wegesrand – das oft Unscheinbare,
das die Seele berührt.“
Rügen jedoch ließ ihn nicht los, und so kehrte er 1996 zurück. Hier widmete er sich vor allem der Illustration von Poesie-Geschenkbüchern. In seiner Autobiografie „Die nackten Tatsachen“ legte er sein Leben schonungslos offen. 2002 besann er sich auf sein zweites künstlerisches Talent – die Lyrik und schuf ergreifende Gedichte sowie treffende Aphorismen – poetisch, kritisch, aussagestark. Nun lag es nah, einen eigenen Verlag zu gründen, in dem bisher 20 Bildbände publiziert wurden. In den Poesie-Büchern verschmelzen seine bewegenden Fotografien mit seiner tiefsinnigen Lyrik zu einer einzigartigen Einheit.
Nach seinem Tod produzierte der Heimat-Bild-Verlag einen Film über das beeindruckende Lebenswerk des außergewöhnlichen Künstlers mit dem Titel „Klaus Ender – Wenn Bilder eine Seele haben…“ In seinem Art Photo Verlag erscheinen weiterhin Bücher, Kunstkalender, Gedichtkarten u. v. m. Im Ostseebad Binz auf Rügen, in dem die freiberufliche Tätigkeit des Fotografen 1966 begann, erinnert im Schmachter Garten eine lebensgroße Ender-Statue, angefertigt vom Bildhauer Sven Schöning, an den Künstler und sein Werk. Zehn seiner gefühlvollen Aphorismen führen durch das idyllische Refugium. Die Einweihung erfolgt am 10. Mai 2026, um 16:30 Uhr.
Anlässlich seines sechzigsten Berufsjubiläums wird im Kulturspeicher in Ueckermünde die Ausstellung „Licht &
Lyrik“ präsentiert. Sie legt besonderes Augenmerk auf die Wortpoesie des Dichters. Seine legendäre Ausstellung „Akt & Landschaft“ ist gleich dreimal zu sehen.
Licht & Lyrik – 60 Jahre Poesie
23. Mai bis 15. August 2026
Kulturspeicher Ueckermünde
Eröffnung am 22. Mai um 17 Uhr
Akt & Landschaft
bis 16. August 2026
Natur-Museum Goldberg
2. Mai bis 1. November 2026
Vogtländisches Freilichtmuseum Landwüst
Eröffnung am 2. Mai um 14 Uhr
2. Mai bis 1. November 2026
Topaswelt-Mineralienzentrum Muldenhammer
Finissage am 1. November um 14 Uhr
Weitere Informationen
klaus-ender.de/aktuelles/uebersicht.html


