- Der Rügen-Markt traf einen Nerv und war von Beginn an gut besucht
- Schon 2007 begann die Erfolgsgeschichte | Foto : Jürgen Kasüske, Frauke Kasüske
- Der Rügener Jürgen Kasüske erfand den schönsten Markt auf Rügen
20 Jahre Rügen-Markt
1. Mai 2026Familie Kasüske blickt zurück auf die Anfänge
Weil der Rügen-Markt in diesem Jahr in seine 20. Saison startet, hat sich Familie Kasüske ein schönes Format ausgedacht mit dem die Leserinnen und Leser von
rügen aktuell die Erfolgsgeschichte dieses „Original Rügenproduktes“ nacherleben können. Heute lesen Sie den ersten Teil, weitere Geschichten folgen in den kommenden Ausgaben.
Die Idee zum Rügen-Markt kam Jürgen Kasüske bei einem Urlaub auf Mallorca. Dort gab es einen einheimischen Markt, der über die Insel zog. Jeden Wochentag an einem anderen Ort. Der Markt kam zu den Besuchern, nicht umgekehrt. Jürgen Kasüske war auf Rügen aufgewachsen. Er liebte die Insel. Als es hier nach der Wende keine Arbeitsmöglichkeiten mehr für ihn gab, entschied er sich, als Vertriebsleiter in den alten Bundesländern zu arbeiten. Ein Umzug kam für die Familie nicht in Frage. So pendelte Jürgen 15 Jahre lang jede Woche zwischen Bergen und Wuppertal. Im Auftrag der Firma war er in halb Europa unterwegs und gestaltete unter anderem auch internationale Messestände.
2006 war es dann genug. Die Töchter waren erwachsen. Jürgen konnte sich nun auf sich besinnen. Schon immer war er ein Mann mit vielen Ideen gewesen. Mit 54 Jahren wollte er als selbständiger „Project Manager“ beruflich auf die Insel zurückkehren. Sein erster Kunde war Schulfreund Harald Schewe. Dieser besaß einen Erlebnishof mit Scheune und Traditionsräucherei in Lietzow, die belebt werden sollte. Jürgen erinnerte sich an den Markt auf Mallorca und begann, dort eine Marktserie zu planen.
Besonders wichtig war Jürgen, dass es ein Markt auf hohem Niveau ist, der sich von den üblichen Trödelmärkten abhebt. Es sollte deutlich werden: Hier präsentieren Firmen der Region ihre Produkte, Konzepte und Ideen. Der Schwerpunkt liegt auf handgemachten Erzeugnissen, die mit der Insel in Verbindung stehen. Doch aller Anfang ist schwer. Damals gab es nur wenige Produzenten auf der Insel und Markterfahrung hatten die wenigsten. Jürgen musste mit seinem gut durchdachten Konzept hausieren gehen und stieß überall auf Skepsis. „Ich dachte erst, er ist verrückt geworden.“ erinnert sich Antje Schmidt von „Rügener Unikate“. „Doch seine Begeisterung war auch irgendwie ansteckend.“
Am Ende kamen sie alle. Von Bauernhof Kliewe über Obstbau Zöllmann, Rügendruck und die Landschlachterei Gademow bis zur Molkerei Naturprodukt. 25 Produzenten und Kunsthandwerker der Insel Rügen versammelten sich von nun an jeden Donnerstag in Lietzow, um ihre Produkte zu präsentieren. Die Werbekampagne griff. Bereits im ersten Jahr zählte der Markt bis zu 1.000 Besucher pro Markttag. Die Teilnehmer waren überrascht vom positiven Feedback und fingen an, neue Ideen zu entwickeln.
Heute ist der Rügen-Markt der bekannteste, regionale Markt in Mecklenburg-Vorpommern. Er findet mit über 90 Ausstellern von Mai bis Oktober jeden Dienstag und Donnerstag 9 bis 16 Uhr in Thiessow am Hafen statt. Wie der Rügen-Markt nach Mönchgut kam, das berichten wir im zweiten Teil dieses kleinen Rückblicks.
Weitere Informationen
ruegen-markt.de


