Im Wald und auf der Kreide

Neue Erlebnispfade im Nationalpark Jasmund

Der Nationalpark Jasmund ist um zwei Informationsangebote reicher. So gibt es nun einen Wald- und einen Kreidepfad. Die neuen Angebote im Freien informieren zu den Tricks der Natur und zu ihrer Schutzwürdigkeit. Sie regen spielerisch zum achtsamen Umgang mit Naturschätzen an.
Der kleinste Nationalpark Deutschland weist die höchste Besucherdichte je Hektar aus. „Die Faszination der Kreideküste, aber auch die Welterbe-Buchenwälder locken jährlich über eine Millionen Menschen hier her. Die Erlebnispfade sind ein weiterer Baustein, um die sensible Natur erlebbar zu machen. Gleichzeitig öffnen sie die Augen für die Zerbrechlichkeit und den Schutz der Natur,“ fasste Minister Dr. Till Backhaus die Motivation zu dem Projekt zusammen. Er eröffnete die Pfade im Oktober 2020.
Etwa eine Millionen Gäste besuchen jährlich den Nationalpark Jasmund. Die hohe Zahl der Besucher konzentriert sich rund um das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL, an der angrenzenden Kreideküste und auf dem Weg dorthin, von Hagen kommend. Viele Naturfreunde sind naturbewusst im Schutzgebiet unterwegs. Einige, eher arglos, ohne Wissen um die Schutzwürdigkeit, um die Gefahren und um angemessenes Bewegen und Verhalten zum Schutz von Leben und Natur. Gerade in dieser Saison ging mit einem erhöhten Besucheraufkommen auch ein hoher Anteil wenig informierter Besucher einher. „Eine geschickte und verständliche Lenkung, verbunden mit einer ansprechenden Information der Besucher bleibt unser großes Anliegen. Der Pfad ist für die Besucher präsent, aber nicht aufdringlich“, sagte dazu Claudia Hameister, kommissarische Leiterin des Nationalparkamtes Vorpommern. Der Nationalpark Jasmund ist ein Wald-Nationalpark. Die Buchenwälder adelte die UNESCO zum Welterbe. Deshalb thematisierten Nationalparkamt und -Zentrum auch Buchenwälder und eingeschlossene Moore. Auf der anderen Seite nimmt die Kreideküste zwar nur einen kleinen Flächenanteil an, ist jedoch aufgrund ihrer Faszination beliebt und bekannt. Der zweite Pfad widmet sich deshalb dem Thema Kreide.
Auf dem Waldpfad gibt es an fünf Stationen auf mehr als drei Kilometern Länge die Wunder und Tricks der Natur zu entdecken. Die Besucher begeben sich auf die Suche nach der fleischfressenden Pflanze im alten Moor oder nach den Stelzwurzeln im Erlenbruch. Um den Buchenhallenwald aus einem anderen Blickwinkel zu sehen oder sich einfach mal hängen zu lassen, wartet eine Hängematte mitten im Wald auf sie.
Der Kreidepfad verläuft über acht Kilometer am Hochuferweg entlang, mit acht Stationen. Dort versetzt die besondere Dynamik in Staunen, die von der Kreide ausgeht. Auch ein Blick auf die Dimension Zeit aus ganz verschiedenen Perspektiven regt zum Nachdenken und Verweilen an. Die Besucher lernen außerdem die Bewohner der Kreideküste kennen. Als Highlight darf jeder einmal auf dem „echten“ Königsstuhl thronen und einen tollen Schnappschuss machen, natürlich mit dem berühmten Kreidefelsen im Hintergrund und an einem sicheren Fotopunkt.
Die Strecken verlaufen auf den Hauptwanderwegen – die Besucher werden durch die Erlebnispfade dort entschleunigt und nehmen die umgebende Natur bewusster wahr, im direkten Kontakt zur Natur, Zeit für die kleinen Wunder. Der Pfad kann an jeder Station begonnen werden und bietet Ruhebereiche zum Entspannen und Genießen. Im März 2021 wird zudem ein Begleitflyer erscheinen, mit FAQs zum Nationalpark, passend zu den Stationen der Lehrpfade.

Weitere Informationen:
www.koenigsstuhl.com

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