Der 25 Hektar große See liegt mitten im Wald und 54,2 Meter über dem Meeresspiegel | Foto: pocha.de

Im Zauberwald der Granitz

Mystisch, märchenhaft und im Winter wie verzaubert

Wir wissen noch nicht, ob der Schnee in diesem Jahr die Insel Rügen wieder in eine Zauberwelt verwandelt. Wenn er kommt, dann kann man in der Granitz Langlaufski ausüben, wie in Norwegen. Doch wenn er nicht kommt – auch dann lohnt sich eine Wanderung durch diesen Buchenwald zwischen Sellin und Binz. Die Granitz verbindet die beiden Ostseebäder und sie reicht bis an die Küste und das Steilufer heran. Dort, wo Ostseebrise und Blattgrün sich verbinden, entsteht das ozonhaltige Reizklima, das den Aufenthalt an der See so gesund macht. Jeder, der sich auf den Weg macht, um die Geheimnisse des Waldes zu erkunden, erhält einen Frischekick durch die besonders gute Luft, die hier herrscht. Dass gelegentlich die Schmalspurbahn hindurchfährt und mit leisem Tuten auf sich aufmerksam macht während sie weiße Dampfwolken ausstößt, stört dabei kaum. Zumal sie auch die Verheißung sein kann. Denn auf dem Tempelberg angekommen, dort wo das Jagdschloss Granitz steht, sind es auch nur ein paar Schritte bergab, um den Rasenden Roland als bequeme Variante für den Rückweg zu nutzen.
Zu den schönsten Zielen einer Wanderung durch die Granitz gehört der Schwarze See, an den sich eine Sage knüpft. Ein Prinz soll einst nur seine Handschuhe gerettet habe, als sein Schloss im Sturm versinken sollte und nicht den Stuhl als Symbol der Gastfreundschaft. Darum soll er bei Einbruch der Dämmerung als Geist hier auftauchen und darüber wehklagen, dass er alles verloren hat, obwohl er das Schicksal hätte aufhalten können. Der Sage nach ist die knorrige Eiche der verzauberte Prinz.
Der Schwarze See ist 25 Hektar groß und 15 Meter tief – ein kleiner Holzsteg führt auf das Wasser hinaus. Es ist ein so genannter Kesselsee, an dessen Rändern sich Moore bilden. Hier finden sich Torfmoose, Wollgras und Moosbeere. Darum steht der See auch unter Naturschutz. Das 982 Hektar große Waldgebiet gehört seit 1991 zum Biosphärenreservat Südost-Rügen. Andere markante Punkte sind die eher kuriose Grabanlage des „Finnischen Kriegers“, die für einen unbekannten Soldaten im Dienst der Schweden errichtet wurde, der 1806 hier gefallen sein soll. In der östlichen Granitz befindet sich außerdem ein Großsteingrab, im westlichen Teil führt die Teufelsschlucht durch das Steilufer zum Ostseestrand hinunter. Das bedeutendste Ziel einer Wanderung ist hingegen das auf dem 107 Meter hohen Tempelberg gelegene Jagdschloss. Im Inneren des Turmes führt eine schmiedeeiserne Wendeltreppe hinauf und bietet eine großartige Sicht über die Insel Rügen. Wer sie besteigt, sollte schwindelfrei sein, denn sie führt freischwebend hinauf und ihre Stufen sind ornamental durchbrochen.

Weitere Informationen:
www.sellin.de, www.ostseebad-binz.de

Guthaus Klein Kubbelkow

Unerwartetes Kleinod im Cottage-Stil nahe Bergen auf Rügen

weiter

Edles Marzipan aus Stralsund

Manufaktur beweist, dass die Süßigkeit nicht nur zu Weihnachten gut ist

weiter

Auf den Spuren von Caspar David Friedrich

Galerie CIRCUS EINS zeigt Werke des japanischen Fotokünstlers Masuyama

weiter

Fundgrube nicht nur für Urlaubsgäste

Mehr als 55 Händler bieten im Inselgenuss ihre regionalen Waren an

weiter