Die Ausstellung zeigt auch den „Seher“ und das Flaggenalphabet von Ulrike Mundt | Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht

Ulrike Mundt im CIRCUS EINS

Ausstellung stellt aktuelle Werke unter dem Titel PRIMA vor

Noch bis zum 27. Oktober präsentiert die Galerie CIRCUS EINS aktuelle Werke der Dresdner Bildhauerin Ulrike Mundt. Ihre Objekte und Skulpturen wirken auf den ersten Blick kühl und unzugänglich, entfalten jedoch später ihren Witz und stellen eine intelligente Auseinandersetzung mit der Gegenwart dar. Diese ist geprägt durch eine Tendenz zur Vereinfachung komplexer Inhalte. Kurztexte bei Twitter können die Weltpolitik beeinflussen, Emoticons stehen für eigentlich kaum fassbare Gefühle und rechte Gruppen erreichen immer mehr Menschen mit einfachen Botschaften.
So wie in der digitalen Kommunikation Fehler, Fake News und Verkürzung wahrscheinlich sind, führen auch die Werke der in Stralsund aufgewachsenen Künstlerin in die Irre. Stets treten sie mit einer Aura der Wichtigkeit auf und behaupten als technischer Apparat oder informatives System tauglich zu sein. Sie schüchtern ein mit einer perfekten Verarbeitung und wirken exklusiv durch eine oft glänzende Oberfläche. Doch hinter dem äußeren Schein verbirgt sich nichts. Darum führt der Sensor der gleichnamigen Skulptur zwar vieldeutend in die Wand hinein, als ob sie den tieferen Sinn des White Cube dort suchen will – und doch ist es nur eine einfache Holzkiste mit einem gebogenen Metallstab.
Diese Werke haben nichts mehr mit den Skulpturen des 19. Jahrhunderts zu tun, wo die modulierte Oberfläche und das Volumen des Körpers schon das ganze Abenteuer darstellten. Seit Brancusi erkannte, dass die Skulptur durch den Kontext ihrer Platzierung entsteht, arbeiten Bildhauer anders. Sie reduzieren auf das nötigste und auch Ulrike Mundt, die 1976 in Wismar geboren wurde, zeigt Wesen, die aus nichts mehr bestehen als aus drei Beinen und einer Art Kopf. „Wie weit kann man gehen, bis ein Objekt noch Skulptur ist, bevor es in etwas anders kippt?“, fragt die Künstlerin, die erst kürzlich mit einer Soloausstellung in Galerieviertel von Antwerpen vorgestellt wurde.

Am 5. Oktober um 17 Uhr ist Ulrike Mundt zu einem Künstlergespräch In Putbus. (Um Anmeldung wird gebeten). Die Ausstellung ist bis zum 27. Oktober Donnerstag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen:
www.circus-eins.de

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