Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee

Max Kaus (1891 – 1977): : „ … den Krieg in jeder Form verachtet!“

Als „legitimer Nachfolger der Brücke“ oder auch als „Heckel-Schüler“ ist Max Kaus bezeichnet worden. Von 1920 bis 1922 weilte er drei Mal auf Rügen und Hiddensee, ehe er mit seiner Frau 1923 und 1924 die Insel Vilm besuchte. Er wird oft als „Expressionist der zweiten Generation“ eingeordnet, doch hierdurch wird man ihm und seinem Lebenswerk nicht gerecht, denn so wie auch bei Paul Klee (1879 – 1940), Pablo Picasso (1881 – 1973) oder Max Beckmann (1884 – 1950) lässt sich sein Werk keiner der Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, keinem der „Ismen“ eindeutig zuordnen.
Seine erste künstlerische Prägung hat Max Kaus an der Charlottenburger Kunstgewerbeschule erhalten. Aber nach eigenen Worten erfolgte seine „eigentliche künst­lerische Ausbildung inmitten des grauenhaften 1. Weltkrieges“. Walter Kaesbach (1879 –1961) – ein bedeutender Kunsthistoriker und im Zivilberuf Kustos an der Nationalgalerie Berlin – hatte sich als Zugführer eines Sanitätszuges bemüht, Künstler um sich
zu versammeln. Erich Heckel – der Mitbegründer der „Brücke“ – wurde Unterführer dieses Zugs. In dieser „Künstler­gruppe“ malten schließlich Anton Kerschbaumer (1885 – 1931), Otto Herbig (1889 – 1971), Ernst Morwitz (1887 – 1971) und ab März 1916 auch der junge Max Kaus. Sie waren vom Malen so besessen, dass der große Krankensaal des Lazarettes einer Bildergalerie inmitten der Verwundeten glich. Kaus hat „den Krieg in jeder Form verachtet“. Er stellte die Existenz des Individuums der Verführung der Massen entgegen.
Bevor er die Inseln Rügen, Hiddensee und Vilm für sich entdeckte, lernte er durch Erich Heckel Karl Schmidt-Rottluf und Otto Mueller kennen und trat der „Berliner Secession“ bei.
Seine 1922 entstandene „Küstenlandschaft (Seedorf I)“ ist ein Beispiel für sein zunehmendes Interesse an Landschaften. Doch diese sind nie naturalistisch oder impressionistisch, sondern immer im Atelier entstandene Kompositionen, optisch organisierte Landschaftsausschnitte, in denen Max Kaus oft recht frei mit der Realität umgeht. Er strebt stets eine geordnete Gestaltung an, die einer architektonischen Ordnung analog ist.

Autor: Reinhard Piechocki
168 Seiten, über 100 Abbildungen, Format 23 x 21 cm
ISBN 978-3-9813568-4-7
Hardcover, 29,90 Euro,
Softcover, 24,90 Euro

Bestellungen über: Verlag der rügendruck gmbh
Telefon 038302 / 8 06-16, verlag@ruegen-druck.de

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