Auf dem Markt

Entspannte Einkaufstour in Gingst

Manchmal dauert es etwas länger, bis man sich von alten Gewohnheiten verabschiedet. So geht es vielen, die im Westen der Insel Rügen wohnen und zum Einkaufen immer noch nach Bergen fahren. Doch die Baustelle am neuen Kreisel im Verbund mit dem sommerlich erhöhten Verkehrsaufkommen, haben das frühere Handwerkerdorf Gingst in den Fokus gerückt.
Vielleicht bekommt man dort nicht alles, was die großen Discounter bieten – doch dafür gibt es überall viel Service, die Begegnung mit Anderen, nette Gespräche und vor allem gute, regionale und oft handgemachte Waren. Einen soliden Supermarkt gibt es auch, doch den lassen wir außer Acht und nehmen vor allem die Geschäfte am Markt nahe der Kirche ins Visier.
Zu einer echten Institution ist mittlerweile der Laden von Lothar Seewald und Roswitha Burgmann-Seewald geworden. Feine Regionalwaren – darunter verstehen sie ausgesuchte Spezialitäten in Bioqualität, Kochzutaten für die moderne multikulturelle Küche und zu festen Zeiten leckeres Brot und Fleisch vom Biohof. Es gibt Leute, die besuchen den Laden regelmäßig, um im Garten einen Cappuccino zu trinken und dazu frisch eingetroffenes Gebäck zu verzehren. Die Töpferwaren von Roswitha Burgmann-Seewald, die ebenfalls hier angeboten werden, sind immer eine Augenfreude, auch wenn man gerade kein Geschenk für die Freundin braucht.
Auf dem Gingster Markt tauschen die Westrüganer Neuigkeiten aus und diskutieren über Politik. Man kann sich vorstellen, dass das zivilgesellschaftliche Engagement in dieser Gegend so stark ist, weil sich alle regelmäßig beim Einkaufen treffen. Ihren geistigen Horizont pflegen sie unterdessen mit ausgesuchter Literatur aus dem Buchladen von Petra Dittrich. Sie ist ein begeisterter Profi der Beratung und drückt einem Urlauber mit viel Zeit schon mal augenzwinkernd einen Bildband in die Hand, um schnell einen heimischen Stammkunden zu versorgen. Über alle möglichen Kanäle können hier Bücher bestellt werden, sie werden sogar nach Hause geschickt – das hilft dabei, den ungeliebten Internethändlern eine Absage zu erteilen.
Vor kurzem ist sie mit ihrem Buchladen auf die andere Marktseite gezogen, doch schwuppdiwupp war auch ihr altes Geschäft wiederbelebt. Dort hat die seit 2017 staatlich geprüfte Keramikgestalterin Katrin Zimmerling ihre Werkstattgalerie „Unikati“ eröffnet. Dort fertigt sie Einzelstücke in Porzellan und Steinzeug, die mit schönen Farben und Mustern dekoriert werden.
Auch Lebensmittel und diverse Gaststätten gibt es am Markt, darunter die „Alte Post“ mit Flammkuchen und deutschen Weinen. Noch bis zum 1. Oktober findet auf dem Museumshof jeden Sonnabend ein grüner Markt statt. Dort werden Kunsthandwerk, regionale Spezialitäten und Biolebensmittel angeboten. Ein Fischstand des Ummanzer Fischers Holzerland bietet die rare Gelegenheit, regional gefangenen Fisch zu kaufen. Manchmal gibt es auch Suppe oder Musik. Bei Kaffee und Kuchen kann man unter Bäumen träumen oder einfach die Atmosphäre genießen.

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