Kunsterlebnis in Putbus

Malerei von Andreas Plum und Klangskulpturen in historischer Schmiede

Was haben Wachstuchtischdecken und Carrera-Rennbahnen miteinander zu tun? Sie sind Repräsentanten westdeutscher Alltagskultur. Und Andreas Plum, der 1977 in Erkelenz geboren ist, kennt sie vermutlich aus seiner Kindheit. Erstmals wird der weitgereiste Maler in einer umfassenden Einzelschau auf der Insel vorgestellt. In seinen neuesten Werken setzt Plum die Muster billig bedruckter Tischdecken ein und konterkariert sie mit Teilen einer Miniaturrennbahn, deren Teilabschnitte er als Druckformen benutzt. In seinen aktuellen Werken setzt er die Muster bedruckter Tischdecken ein und konterkariert sie mit Teilen einer Miniaturrennbahn, deren Teilabschnitte er als Druckformen benutzt. Das Farbschema der Tischdecken und ihr unpräzises Muster dienen dem Künstler dabei als Ausgangspunkt für gestisch-malerische Erörterungen seines Mediums. Hinzugefügte Blätter und Papierbahnen schaffen teilweise reliefartige Oberflächen. Ziel seiner künstlerischen Tätigkeit ist es, die konventionellen Vorstellungen darüber, was ein „gutes Bild“ ist zu durchbrechen und das Sehen zu verändern.

Wie in den vergangenen Jahren, wird auch in diesem Jahr das Sommerprogramm von CIRCUS EINS durch ortsspezifische Installationen auf dem Gelände von flz | Stahl- und Metallbau Lauterbach bereichert. Der flz | Space #4 präsentiert Video- und Klangarbeiten von Ulrike Mundt und Sara Pfrommer in einem historischen Backsteingebäude. Beide verknüpfen eine kühl-technische Ästhetik mit Tierlauten. Ulrike Mundts Werk „Das große Klappern“ zeigt zwei hochglänzende schwarze Klangkörper, die im Balzklappern der Weißstörche miteinander kommunizieren. Sara Pfrommer hat Fledermausstimmen verlangsamt, so dass sie für das menschliche Ohr hörbar werden. Ihre Arbeit ist in einem Nebenraum zu hören, der erstmals in die künstlerische Schau einbezogen wird.

flz | Stahl- und Metallbau Lauterbach GmbH ist aktuell an der Neuen Nationalgalerie Berlin tätig. Soeben wurde die James-Simon-Galerie des Architekten David Chipperfield in Berlin eröffnet. Auch an der Fertigstellung dieses neuen Besucherzentrums auf der Museumsinsel war das Putbuser Unternehmen beteiligt. Das Backsteingebäude wurde auf dem Firmengelände nach 1900 als Barackenlager der Marine erbaut und behutsam saniert. Dabei wurden nicht nur historische Bauteile bewusst stehen gelassen, auch sind noch heute unter anderem Schmiedefeuer, Geräte und Amboss zu sehen. Ein Ausflug zur Kunst in Lauterbach, ist darum auch ein Ausflug in die Geschichte.

Die Ausstellung im CIRCUS EINS ist bis zum 28. Oktober, Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Der flz | Space befindet sich hinter dem Bürogebäude des Unternehmens am Vilmnitzer Weg in Lauterbach. Offizielle Öffnungszeiten sind donnerstags bis sonntags 12 bis 17 Uhr, doch die Mitarbeiter öffnen an allen Tagen der Woche die Türen. Es lohnt sich also bis zum 6. Oktober täglich zwischen 12 und 17 Uhr dort vorbeizuschauen.

Weitere Informationen:
www.circus-eins.de,
www.flz-lauterbach.de

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