Kirschen in Nachbars Garten

Sommerkirschen sind saftig, süß und vielseitig

Wir verraten ihnen ein Geheimnis! In jedem Dorf auf Rügen und sei es im Hinterland gibt es wunderschöne Ferienhäuser mit großen alten Obstgärten. Und weil nicht jeder so oft an seinem Urlaubsort sein kann, wie er möchte – hängen die Bäume voller Kirschen und keiner erntet sie. Nette Nachbarschaften machen das miteinander aus und tauschen die Ernteleistung gegen ein paar Gläser Marmelade. Es wäre doch schade darum.

Zur Ernte kommen Süßkirschen in den Rumtopf oder werden direkt und frisch verspeist, Sauerkirschen werden zu Marmelade verkocht, ein Schuss Kirschwasser kann nicht schaden und dann wird Kuchen gebacken, Grütze gekocht und Vanilleeis mit heißen Kirschen serviert. Besonders einfach und doch lecker sind die Crumbles, die in England üblich sind. Dazu backt man die entsteinten Früchte einfach bei 180° unter einer Streuseldecke aus Butter, Zucker und Mehl rund 35 Minuten und serviert sie warm.

Nur zwischen süß und sauer zu unterscheiden ist allerdings eine arge Verkürzung der komplexen Welt, so wie sie wirklich ist. Denn es gibt Hunderte von Kirschsorten. Allein die Süßkirschen können als hartfleischige Knorpelkirschen auftreten oder als weichfleischige Herzkirschen. Um sie zu entkernen, kann man kleine Apparate verwenden, doch auch eine Haarnadel oder eine große Sicherheitsnadel sind praktisch. Damit es nicht ganz so saftig zugeht, kann man die Kirschen vorher kurz in Tiefkühlfach legen.

Wer viele Kirschen erntet, der kann ganz altmodisch eisgekühlte Kirschsuppe mit Grießklößen zubereiten oder sie als Kompott zu gebratener Leber anbieten. Bei 110° kann man sie in flacher Schicht ausgebreitet auf französische Art in den Ofen stellen und bei ausgeschaltetem Ofen trocknen. Zuerst von der einen Seite, dann von der anderen Seite. Sehr gut schmecken sie auch in Weinbrand eingelegt. Die wilden Kirschen, die auch auf Rügen an vielen Orten wachsen, schmecken nur den Vögeln.

Eine lustige Rezeptidee stammt von dem Engländer Nigel Slater. Er beträufelt Kirschtomaten und Kirschen mit etwas Estragonessig und serviert sie mit hauchdünn geschnittenen Salamischeiben. Von ihm stammt auch das grandiose Rezept für einen süßen Kirschsalat. Dazu werden entsteinte Kirschen in Holunderblütensirup eingelegt, noch besser funktioniert das mit einem konzentrierten Holunderblütentee, der mit ein wenig Limette gesäuert wird. Die Früchte saugen sich prallvoll mit dem aromatischen Saft und schmecken spritzig frisch zu Sahne oder Eis.

Heimlich hoffen kulinarische Kenner auf einen Sommer, wie im vergangenen Jahr. Da gab es am Baum sonnengetrocknete Kirschen, die, besonders eingefroren eine Delikatesse sind. Diese natürliche Form der Konservierung konnte nur gelingen, weil ausnahmsweise keine Vögel hier waren. Denn eigentlich heißt es bei den Rüganern gerne mal: „Die Kirschen? Die ernten bei uns die Stare“, und das war es dann mit der Kirschmarmelade. Nun also sind die Stare wieder da und wir freuen uns natürlich darüber. Doch gleichzeitig holen wir die Netze raus und decken unsere feinen Früchte ab.

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