Andreas Plum, Straße der Jugend IV, 2018, 170 x 210 cm | Foto: Mareike Tocha, courtesy Susanne Burmester Galerie und der Künstler, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Straße der Jugend

Galerie CIRCUS EINS zeigt Malerei von Andreas Plum

Was haben Wachstuchtischdecken und Carrera-Rennbahnen miteinander zu tun? Sie sind Repräsentanten westdeutscher Alltagskultur und Andreas Plum, der 1977 in Erkelenz geboren ist, kennt sie vermutlich aus seiner Kindheit. Doch eigentlich stehen sich diese beiden Elemente so fremd gegenüber, wie Nähmaschine und Regenschirm im Surrealismus. Damals ging es darum, die Kunst zu erneuern und auch Andreas Plum nimmt uns mit auf eine Tour zu den Möglichkeiten der Malerei jenseits erzählerischer Strategien.

Wenn er sich mit der Malereigeschichte auseinandersetzt, collagiert er Papierschlangen in seine Bilder. In den neuesten Werken setzt er die Muster bedruckter Tischdecken ein und konterkariert sie mit Teilen einer Miniaturrennbahn, deren Teilabschnitte er als Druckformen benutzt. Das Farbschema der Tischdecken und ihr unpräzises Muster dienen dem Künstler dabei als Ausgangspunkt für gestisch-malerische Erörterungen seines Mediums. Ordnung und Eigensinn des banalen Alltagsmaterial sind der Ausgangspunkt für Bilder, die von Rhythmus und Ornament geprägt sind. Hinzugefügte Blätter und Papierbahnen schaffen teilweise reliefartige Oberflächen. Andreas Plum referiert Traditionen der Streifenbilder und des abstrakten Expressionismus‘ gleichermaßen. Ziel seiner künstlerischen Tätigkeit ist es, die konventionellen Vorstellungen darüber, was ein „gutes Bild“ ist zu durchbrechen und das Sehen zu verändern.

Wie nebenbei reagiert Andreas Plum auf den heiligen Ernst der Malerei mit Humor und einer unerhörten Geste. Mit Miniaturrennbahnen, Luftschlangen und bedrucktem Wachstuch bringt er die gegenständliche Welt in seine Bilder ein, nur um sie anschließend wieder kaputt zu machen. Die radikale Geste schafft Klarheit, denn anstatt hinter der nicht-gegenständlichen Malerei raunend um Bedeutung zu buhlen, legt er uns einfach vor, was es ist: reine Malerei.

Andreas Plum studierte 1997 bis 2004 an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Albert Oehlen und Siegfried Anzinger. 2006 erhielt er ein Gaststipendium an der Villa Romana Florenz [IT], 2012 und 2016 war er Gast im Artist-in-Residence Programm des CCA Andratx, Mallorca [ES], 2013 erhielt er ein Stipendium der Kunststiftung NRW. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzelausstellungen vorgestellt, u.a. in der Galerie Opdahl, Berlin und Stavanger und in der Galerie Horst Schuler, Düsseldorf, zuletzt im ak RAUM in Köln. Andreas Plum lebt und arbeitet in Köln. Er wird von der Galerie Opdahl, Stavanger [NOR], vertreten.

Die Ausstellung ist bis zum 28.Oktober Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Zur Eröffnung am 13.Juli 2019 um 18 Uhr ist der Künstler anwesend.

Am gleichen Tag um 17 Uhr wird die neue Installation im flz space #4 mit Ulrike Mundt und Sara Pfrommer in der historischen Schmiede auf dem Gelände von flz Stahl- und Metallbau Lauterbach GmbH, Vilmnitzer Weg in Lauterbach eröffnet.

Weitere Informationen:
www.circus-eins.de

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