Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee

Friedrich Preller d.Ä. (1804 –1878): „ … reicher habe ich nie ein Land gesehen …“

Nachdem Friedrich Preller d. Ä. dank der Unterstützung Johann Wolfgang von Goethes als junger Maler zwischen 1827 und 1831 viele Jahre in Italien arbeiten konnte, besuchte der 33-Jährige 1837 auf Anraten seines Arztes zum ersten Mal die Insel Rügen zur Regeneration seiner angeschlagenen Gesundheit. Dieser Aufenthalt wurde der Beginn seiner „nordischen Periode“, in der sich ein Stilwandel vollzog: weg von den harmonischen südlichen Landschaftskompositionen hin zu den nordisch-schwermütigen Landschaften mit Hünen­gräbern und gewaltigen Eichen. An seine Frau schrieb er: „Ich werde in Zukunft meine Studien wohl nur hier machen, denn reicher habe ich nie ein Land gesehen, selbst Italien nicht, obgleich in ganz anderer Weise.“
Im Jahr 1839 kam er wieder nach Rügen, Vilm und Hiddensee, diesmal in Begleitung seiner Schüler Ferdinand Bellermann (1814 –1889), Sixt Thon (1817 –1901) und Carl Hummel (1821 –1907), 1847 folgte der dritte Aufenthalt. Über 100 Zeichnungen und Gemälde schuf Preller auf Rügen.
In der 1904 von Julius Gensel veröffentlichten Biographie über Preller d. Ä. wird von einem Skizzenbuch aus dem Jahr 1847 berichtet, als „einem der reizvollsten, unter all denen, die Preller je in seinem Leben angelegt hat.“ Auf hellgrau-­braunem Papier, die Zeichnungen mit Bleistift, Sepia und Weiß ausgeführt, sind über 20 eindrucksvolle Sepia-Zeichnungen zu sehen, die auf der kleinen Insel Vilm entstanden.
Das erwähnte Skizzenbuch erbte der Sohn Friedrich Preller d. J., der sich ebenfalls als Landschaftsmaler und Professor an der Dresdner Kunstakademie einen Namen machte und oft auf Vilm weilte. In der 1906 von Toni Preller verfassten Broschüre „Die Malerinsel Vilm“ ist der Verbleib des Skizzen­buchs erwähnt: „Der alte Preller hat hier auch gezeichnet, aber er ist sicherlich mit dem Segelboot immer wieder nach Rügen zurückgefahren, sein Name ist nirgends auf dem Vilm vermerkt und doch ist ein Skizzenbuch von Rügen und dem Vilm im Besitz seiner Enkelin Lucie Koenig.“

Im Kunstband „Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee“ von Reinhard Piechocki konnten nun zum ersten Mal die schönsten Sepia-Zeichnungen Friedrich Prellers d. Ä. gezeigt werden.

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