Alltagsleben in der DDR

Prora-Zentrum zeigt Sonderausstellung über erzählte DDR-Geschichte

Noch bis zum 26. August zeigt das PRORA-ZENTRUM die Sonderausstellung „ ‚…und dann sind wir an die Ostsee gefahren‘ – DDR-Geschichte im Gespräch der Generationen“. 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution leistet diese 2015 erarbeitete Ausstellung einen auch heute noch aktuellen Beitrag beim Blick auf „Erinnerungslandschaften“, die im Geschichtsbild der DDR wahrnehmbare Unterschiede zwischen Erinnerung und politischer Aufarbeitung zeigen.

Die Präsentation basiert auf Interviews mit 16 ostdeutschen Familien, bei denen jeweils ein Interview mit Kindern, Eltern und Großeltern geführt wurde. Sechs Familien werden mit Fotos und Zitaten persönlich vorgestellt. Es folgen anonymisierte Zitate aus den Interviews aller 16 Familien, die die Bandbreite heutiger Einschätzungen des Lebens in der DDR verdeutlichen. In der Zusammenschau von Diktaturerfahrung und Lebenswelt zeigen sich in der Ausstellung differenzierte Bilder erlebter Geschichte. Die Exposition ist ein Kooperationsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Zentrums für Sozialforschung Halle e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bildungsnetzwerk Magdeburg GmbH und der aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar, die im Rahmen des Forschungsprojektes „Intergenerationelle Verständigungen 25 Jahre nach dem Mauerfall“ entstand.

Das PRORA-ZENTRUM betreibt seit seinem Bestehen kontinuierliche Forschung zur Geschichte Proras und der Region in der NS- und DDR-Zeit. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem die Geschichte der so genannten Bausoldaten in Prora zur DDR-Zeit, die Regionalgeschichte während der NS-Zeit in Prora, auf Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern sowie das jüdische Leben in der Region. Unterstützung in der wissenschaftlichen Tätigkeit erhält die Einrichtung insbesondere durch den mit renommierten Wissenschaftlern besetzten Fachbeirat.

Die Ausstellung ist bis zum 26. August täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Am 17. Juli von 10 bis 18 Uhr findet zudem ein Aktionstag rund um die Geschichte Proras im Prora-Zentrum statt, zu dem der Eintritt frei ist. Am 26. Juli um 19 Uhr gibt Dr. Klaus Storkmann (Zentrum für Militärgeschichte u. Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam) in seinem Vortrag einen Einblick in die Ausbildung ausländischer Militärkader durch die Nationale Volksarmee (NVA), welche seit 1981 auch in der Offiziershochschule „Otto Winzer“ in Block IV in Prora stattfand.

Außer der Sonderausstellung zeigt das Prora-Zentrum folgende Dauerausstellungen:
„Prora – mehr als nur ein schöner Strand 1933–1946“, „Prora nach 1945“ sowie „Opposition und Widerstand – Bausoldaten in Prora (1964–1989/90)“. Das Prora-Zentrum befindet sich bei der Jugendherberge in Prora Nord. Besonders interessant sind die Führungen und geführten Radtouren zur Geschichte Proras, die das Prora-Zentrum anbietet.

Weitere Informationen:
www.prora-zentrum.de

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