Mehr als 1000 Schwimmbegeisterte werden den Strelasund durchqueren | Foto: Stadt Stralsund

1000 gelbe Kappen auf dem Sund

55. Sundschwimmen startet am 6. Juli in Altefähr

Auch in diesem Jahr veranstaltet die DLRG-Ortsgruppe Stralsund e.V. wieder ihr Sundschwimmen. Dazu starten gut trainierte Schwimmer wieder in Altefähr, um sich durch die Fluten des Strelasund nach Stralsund durchzukämpfen. In der Regel reicht es nicht aus, körperlich fit zu sein – man muss auch trainiert haben, im kalten Wasser seine Kräfte zu schonen, um nicht vor dem Ziel schlapp zu machen. Üben, üben, üben – heißt daher die Devise.

Das Sundschwimmen ist das älteste Langstreckenschwimmen in Deutschland und findet schon seit 1965 statt. Schwerpunktmäßig kommen die Teilnehmenden aus dem Osten Deutschlands, das ist vermutlich der Tradition geschuldet. Doch auch aus Westdeutschland und dem nahen Ausland kommen immer mehr Schwimmbegeisterte in den Nordosten, um ihre Kräfte unter Beweis zu stellen. Mitte Juni hatten sich nach nur fünf Minuten schon 1070 Schwimmer angemeldet. Damit war die Obergrenze erreicht, die organisatorisch zu handhaben ist. Mag sein, dass noch jemand abspringt – dann gibt es die letzte Chance auf einen Springerplatz am Wettkampftag.

Wenn mehr als 1000 Schwimmer in gelben Badekappen in die Fluten steigen, dann ist das auch für das Publikum eine Attraktion. Man fiebert mit den eigenen Verwandten oder freut sich einfach darüber, dass dieser naturnahe Sport so erfolgreich weiter gepflegt wird. Dass Schwimmen gesund ist, weiß eigentlich jeder. Denn nur wenige Sportarten trainieren so viele unterschiedliche Muskelgruppen, ohne die Gelenke zu belasten. Darum könnte man sich von diesem Ereignis auch anregen lasse, es selber einmal zu versuchen.

Dass die Hechte in den Bodden Schwimmende gerne mal zwicken ist ebenso Anglerlatein, wie die Anekdote der Flundern, die mit dem großen Zeh gefangen werden. Auch auf Rügen gehen viele Dorfbewohner in ihren Bodden baden, wenn einer in der Nähe ist. Manchmal gibt es einen Anleger, von dem aus man bequem hinabsteigen kann – doch auch direkt vom Boot aus kann man baden gehen. Allerdings muss man mit mulligem Grund rechnen und ein paar Algen, die sich um die Beine schlingen können, denn die Bodden sind meistens nicht sehr tief.

Der Strelasund ist ein Meeresarm der Ostsee und im Vergleich mit den Boddengewässern ungewöhnlich tief. Er trennt die Insel Rügen vom Festland und kann mit dem Auto über die Rügenbrücke oder zu Fuß über den älteren Rügendamm überquert werden. Die langgestreckte und mit mehr als zehn Metern für ein inneres vorpommersches Küstengewässer ungewöhnlich tiefe Meerenge hat eine Fläche von 64 Quadratkilometern.
Immer wieder ändert das Ostseewetter die Bedingungen für diesen beleibten Wettkampf. Im vergangenen Jahr mussten die Schwimmer wegen Starkwind in Parow starten und sich unter der Küste zum Stralsunder Seebadeanstalt bewegen.

Weitere Informationen:
www.sundschwimmen.de

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