Das Herrenhaus Boldevitz ist ein herausragendes Architekturdenkmal im Norden | Foto: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

Ländliche Noblesse in Boldevitz

Herrenhaus wird als Wohnhaus genutzt, doch der Park ist öffentlich

Einige der schönsten Herrenhäuser Rügens befinden sich im Westen der Insel. Dazu gehören das Gutshaus Kartzitz, dessen teilsanierter Park besichtigt werden kann, aber auch die Herrenhäuser in Venz oder Streu, das Gut Granskevitz und andere, die von Privatleuten mit viel Engagement denkmalsgetreu saniert wurden. Sie sind einmalige Zeugen der Inselgeschichte und waren einst kulturelle Zentren. Herausragend ist das Herrenhaus von Boldevitz, das bei Parchtitz unweit Bergen liegt. Im Jahre 1314 wurde es erstmals urkundlich erwähnt – und schon 1635 errichtete die Familie von Rotermund hier ein erstes Rittergut. Als die Familie keine Nachkommen mehr hatte, wechselte das Haus mehrfach die Besitzer, bevor es ab 1780 in den Besitz der Familie von der Lancken kam. Im Zuge der Bodenreform wurde der letzte Eigentümer Silvius von der Lancken-Wakenitz-Albedyll 1945 enteignet.
Wie viele andere Gutshäuser auf Rügen, wurde auch dieses Gebäude ohne Rücksicht auf seine historische Bedeutung divers genutzt und verfiel dabei. Dennoch sind auch heute noch Bauteile der ursprünglichen Anlage erhalten. Dazu gehören verputzte Backsteinmauern im Mittelteil des Hauses, aber auch die rund gewölbten Räume im Erdgeschoss. Der Festsaal des Hauses birgt einen kunsthistorischen Schatz. Der Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert hat hier in jungen Jahren die Leinwandtapeten des Saales bemalt. Lange vor Friedrich hat er der Rügener Landschaftserfahrung Ausdruck gegeben und neben anderen Motiven die Rügener Kreidefelsen dargestellt. Die Tapeten wurden nach 1945 ausgelagert, doch wurden nach 1993 restauriert.
Seit 1993 befindet sich das Herrenhaus wieder in privatem Besitz und dient heute als Wohnhaus. Während die Tapeten nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden können, besteht die Möglichkeit im Herrenhaus seine Ferien zu verbringen. Dabei kann man auch den Park entdecken, der schon im 17. Jahrhundert angelegt worden war und heute ebenfalls wieder in seiner ganzen, vom Barock inspirierten Pracht erscheint. Die Parkanlage ist öffentlich zugänglich. Die ländliche Noblesse der Anlage wird besonders zu den Konzerten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der klassizistischen Gutskapelle deutlich. Dann wandeln Besucher mit Sekt und Brezel durch den Park, Kinder spielen und die adeligen Besitzer führen entspannte Gespräche mit den Kulturakteuren der Insel Rügen.

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