Eine alte Sage berichtet vom Zauber des Schwarzens Sees in der Granitz | Foto: pocha.de/Kurverwaltung Ostseebad Sellin

Im schwarzen See versank ein Schloss

Der verzauberte Prinz am Ufer wartet darauf, dass es wiederauftaucht

Wer gegen Abend eine Wanderung in den Zauberwald der Granitz unternimmt, der kann dabei eines der schönsten Märchen der Insel Rügen kennen lernen. Über den Hochuferweg nördlich der Seebrücke von Sellin geht es dabei durch den Buchenwald zu einem mystischen schwarzen See. Der Sage nach kann man hier bei Einbruch der Dämmerung einen Jüngling in prächtiger Kleidung erblicken, der seine Jagdwaffe und einige erlegte Hasen über die Schulter geworfen trägt. Stumm starrt er in den See und klagt: „Noch heute Morgen stand an dieser Stelle mein Schloss.“
Der Prinz hätte sein Schloss retten können. Nachdem es versunken war, dümpelte ein kunstvoll gearbeiteter Stuhl auf dem Wasser herum. Statt den Stuhl, als Symbol der Gastfreundschaft, vor dem Wasser zu retten, hatte der eitle Königssohn jedoch nur die Handschuhe ergriffen, die er morgens dort vergessen hatte. Daraufhin versank der Stuhl im See und es blieb dem Prinzen nichts, außer der Kleidung, die er am Leibe trug. Wer mutig genug sei, in das Fantasie-schloss einzutreten, wenn seine Zinnen sich an der Wasseroberfläche zeigen, der kann es wiederauftauchen lassen, sagt die Legende. Wenn in Sellin zu Sylvester die Korken knallen, dann ist es so laut, dass man nicht mehr hören kann, wie auch im versunkenen Schloss tief im schwarzen See eine unheimliche Festgesellschaft jubelnd feiert. Der Prinz verwandelte sich in einen knorrigen Eichenbaum, der auch heute noch am Ufer steht.
Der See ist 25 Hektar groß und 15 Meter tief – ein kleiner Holzsteg führt auf das Wasser hinaus. Von Sellin aus kann man auvh den Weg zur evangelischen Kirche hinauf gehen, an der Kurklinik vorbei und an der nächsten Weggabelung rechts in Richtung „Schwarzer See“ abbiegen (gelber Wanderweg). Nach ca. 600 Metern kommt man an eine Kreuzung, biegt nach rechts ab und folgt der gelben Markierung – nun ist es nicht mehr weit zum sagenhaften Schwarzen See. Zurück auf dem Hauptweg kann man wieder in das Ostseebad zurückkehren – oder die Wanderung fortsetzen bis zum Jagdschloss Granitz. Vom Turm aus hat man eine wundervolle Sicht über die Insel Rügen. Auf dem Rückweg folgt man der roten Markierung Richtung Sellin bis auf die befestigte Forststraße. Nach der Schranke biegt man nach links in den Waldweg ein und geht den Hauptweg immer geradeaus.

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