Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee

Carl Gustav Carus (1789 – 1869): Auf Friedrichs Spuren

Der Arzt, Philosoph und Landschaftsmaler Carl Gustav Carus erwanderte Rügen im Jahr 1819 auf den Spuren seines älteren Freundes Caspar David Friedrich. Carus fuhr nach Rügen in Begleitung des ortskundigen Dresdner Königlichen Münzbuchhalters Friedrich Gotthelf Kummer (1782 – 1854), der Friedrich bereits vier Jahre zuvor auf seiner Rügenreise begleitete und damals beinahe beim Klettern in den Kreidefelsen der Stubbenkammer tödlich verunglückt wäre. Der Dritte im Bunde war Carus’ früherer Zeichenlehrer und langjähriger Freund Julius A. Dietz (1770 – 1843). Carus empfand den Besuch der Insel Vilm als einen Höhepunkt seiner Reise.
Hierüber schrieb er später: „Es war ein prächtiger Sommernachmittag, das kleine Boot, nur von einem Fischer gerudert, glitt leicht über die schaukelnden Wellen und bald waren wir unter den mächtigen Eichen und Buchen von Vilm gelandet. Eine einzige kleine Meierei lag auf dem Inselchen, deren Bewohner von Zeit zu Zeit ihre Produkte an Käsen, Butter, Schinken und dergleichen nach Greifswald hinüberschifften zum Verkauf. Wie wenig indes diese Leute dabei mit der Welt in Berührung kamen, erfuhren wir, als wir uns dort mit etwas Milch und Schwarzbrot stärkten im Gespräch; denn alles was da drüben in der Geschichte sich ereignet hatte, selbst Napoleons Vertreibung und Absetzung, war ihnen ganz unbekannt geblieben.“ Besonders begeisterten Carus die riesigen, bizarr geformten Eichen und Buchen der Insel: „Ich traf eine uralte Eiche inmitten der Insel, sie war fast ganz abgestorben und die ungeheuren Äste streckten sich abgewettert und glänzend grau in die blaue Luft, aber statt der eigenen Blätterfülle hatte sich nun ein gewaltiger Efeu hineingerankt und umgab die fast verdorrte mit Behängen erneuten Lebens. Nicht weit davon stand eine alte Rotbuche, die Zweige, reich mit Blätterfülle
belastet, hingen laubenartig bis auf den Rasen um den alten Stamm herum. Kurz, wohin man sah, reiche, kräftige Urnatur des Nordens! Die sinkende Sonne mahnte aber zur Abfahrt, und so schifften wir nun, während die leuchtenden Farben der Abendsonne mit Gold und Violett die Wellen überzogen, nach Mönchgut hinüber.“ Carls Gustav Carus hat seine Skizzen von den eindrucksvollen Baumskulpturen später in seinen Gemälden verarbeitet.

168 Seiten,
über 100 Abbildungen,
Format 23 x 21 cm
ISBN 978-3-9813568-4-7
Hardcover, 29,90 Euro
Softcover, 24,90 Euro

Bestellungen über: Verlag der rügendruck gmbh
Telefon 038302 / 8 06-16, verlag@ruegen-druck.de

Rechtenachweis: Lyonel Feininger, Stiller Tag am Meer III, 1929, Öl auf Leinwand, 49 x 36 cm Privatsammlung c/o Moeller Fine Art, New York © VG Bild-Kunst

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