Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee

Hermann Eschke (1823 – 1900): Wortführer der Traditionalisten

Als sich der 66-jährige Hermann Eschke im Juli 1889 in das Gästebuch des Logierhauses der Insel Vilm für einen sechs-wöchigen Arbeitsaufenthalt eintrug, galt er deutschlandweit als ein erfolgreicher Maler von Meeresbildern und Seestücken. Anknüpfend an dieses Genre seines Lehrers Wilhelm Krause (1803 – 1864) konnte er durch ein virtuoses Zusammenspiel zwischen Licht, Luft und Wasser auf eine besonders beeindruckende Weise Stimmungen und Atmosphären wiedergeben.
Die Natur dieser Insel muss ihn so fasziniert haben, dass er am 20. Juli 1891 ein weiteres Mal nach Vilm kam, diesmal für acht Wochen. Zeitgleich mit ihm weilten die Maler Paul Flickel (1852 – 1903) und Konrad A. Müller–Kurzwelly (1855 – 1914) auf Vilm.
Hermann Eschke lebte als freier Porträtmaler und verbrachte viel Zeit im Atelier des bekannten Marinemalers und Rügen-Liebhabers Wilhelm Krause. Im Jahr 1852 trat er dem Verein Berliner Künstler bei, in dem er als Maler und auch als „Säckelmeister“ großes Ansehen genoss. Er war unter den Kollegen aufgrund seines ausgeprägten Humors sehr beliebt.
Seine stimmungsvollen Landschaften und Meeresbilder bescherten ihm finanziellen Erfolg, um gut für sein Familie mit zehn (!) Kindern zu sorgen. Als überzeugter Royalist und Traditionalist geriet er um die Jahrhundertwende in die vehement geführten Streitigkeiten um die entstehende Moderne. Als es im November 1892 zum Skandal um die geplante Edward-Munch-Ausstellung kam – der kaisertreue Prof. Anton von Werner hatte als Vorsitzender der Berliner Künstlerschaft einen Tobsuchtsanfall bekommen und die Abhängung dieser „Schweinerei“ gefordert – wurde Eschke zum Wortführer einer Gruppe traditioneller Berliner Maler, die mit Erfolg die sofortige Schließung der Ausstellung durchsetzten. Mit der fortschrittlichen Presse und Kunstkritik hatte Eschke es sich nach der Munch-Affäre endgültig verdorben. Zur entstehenden Moderne fand er keine Beziehung. Schon wenige Jahre nach seinem Tod verblasste sein Ruhm. Es ist das Verdienst von Alfried Nehring, mit der ersten im Jahr 2012 erschienen Eschke-Biographie zu zeigen, wie virtuos er mit einer altmeister­lichen Technik sehr wirkungsvolle Gemälde geschaffen hat.

168 Seiten,
über 100 Abbildungen,
Format 23 x 21 cm
ISBN 978-3-9813568-4-7
Hardcover 29,90 Euro
Softcover 24,90 Euro

Bestellungen über: Verlag der rügendruck gmbh
Telefon 038302 / 8 06-16, verlag@ruegen-druck.de

Rechtenachweis: Lyonel Feininger, Stiller Tag am Meer III, 1929, Öl auf Leinwand, 49 x 36 cm Privatsammlung c/o Moeller Fine Art, New York © VG Bild-Kunst

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