Teile von Block V wurden schon 2009 saniert – dort befindet sich die Jugendherberge | Foto: Jugendherberge Prora

Prora im Wandel

Wohnungen, Hotels und ein Ausstellungszentrum in Planung

Das ca. 4,7 Kilometer lange Bauwerk in Prora war immer eine Attraktion. Jeder wollte sich den „Koloss von Rügen“ anschauen, doch es gab nur wenig Möglichkeiten, dessen Geschichte kennen zu lernen. Als das Dokumentationszentrum Prora 2000 seine Tore öffnete, änderte sich dies. Hinter der gigantischen Anlage stand der Auftrag der NS-Organisation „Kraft durch Freude“. Hier sollten von 1936 bis 1939 10.000 Ferienwohnungen für deutsche Arbeiter entstehen. Als der Krieg kam wurde das Projekt abgebrochen, später nutzte die DDR die Gebäude, unter anderem, um Bausoldaten unterzubringen. Was diese „Kriegsdienstverweigerer“ des Ostens hier durchmachen mussten, ist ebenfalls Teil der Geschichte und wird mittlerweile vom Prora-Zentrum öffentlich vermittelt.

Kaum jemand wollte glauben, dass dieser Ortsteil des Ostseebades Binz sich einmal entwickeln könnte. Zu groß, zu stark mit negativen Erfahrungen belastet, nicht gut für das Image der Insel Rügen. Die neue Story für diese Anlage von fünf Wohnblöcken ist jedoch, der Luxus einer minimalistischen Architektur mit Seeblick. Im fertiggestellten Block II befinden sich schon heute moderne Wohnungen mit seeseitigen Glasbalkonen und Pools vor dem kleinen Kiefernwald, der die Anlage von der Ostsee trennt. Die Wohnungen sind heiß begehrt – die ersten wurden für 250.000 Euro pro 50 Quadratmeter verkauft. Heute kosten die letzten noch verfügbaren Apartments das Doppelte. Auch wenn es im Block III gerade stockt, weil ein Investor Insolvenz anmelden musste – alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass es auch hier weitergeht.

Block V befand sich im Besitz des Landkreises und wurde soeben an die Bauart GmbH verkauft, die auch schon erfolgreich Block IV saniert hat. Das Dokumentationszentrum Prora und das Prora-Zentrum sollen gemeinsam die komplexe Geschichte des Bauwerkes an das Publikum vermitteln. Dazu gehört die NS-Geschichte ebenso, wie die Erinnerung an die Nutzung durch die NVA der DDR. Eine Machbarkeitsstudie hat dem geplanten Ausstellungs- und Bildungszentrum zwar die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit bescheinigt – doch dies gelingt nur bei mietfreier Nutzung der benötigten 2.700 Quadratmeter Fläche. Der Investor darf 200 Wohnungen neu bauen – doch nur wenn er die Auflagen der Ausschreibung erfüllt.

Schon jetzt herrscht reges Treiben in Prora, die meisten Wohnungen in Block II werden bewohnt, ein Café ist schon im Betrieb und die Strandpromenade lockt die Binzer in ihren hippen neuen Zwilling, der schon als Erholungsort anerkannt wurde. Wenn alles fertig ist, kann es hier 2.000 Wohnungen für Anwohner geben und 3.500 Wohnungen für Feriengäste, zwei von drei geplanten Hotels sind geöffnet, eine Marina, zwei Seebrücken und eine Bummelmeile mit Geschäften sollen noch entstehen.

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