Die Malerinseln Rügen | Vilm | Hiddensee

Oscar Zügel (1892 –1968): verfemt – vertrieben – vergessen

Neben weltberühmten Rügen-Malern wie C. D. Friedrich, Lyonel Feininger und Erich Heckel gibt es auch hervorragende Künstler, die durch die Wirren der Kriege und Diktaturen weitgehend vergessen sind. Einer von ihnen ist Oscar Zügel, der als ein Wegbereiter der Moderne erst in den letzten Jahren wiederentdeckt und gewürdigt wurde. Von ihm stammt der Satz: „Abstrakte Kunst hat den Sinn, das über Jahrhunderte verwässerte und verlorengegangene Gefühl für das Maß, den Lebenden wieder nahe zu bringen. Abstrakte Kunst ist das Fundament für alle weiteren Ausdrucksformen, also der Anfang und nicht das Ende …“ Dieser Maler war sein halbes Leben auf der Flucht, erst vor den deutschen Faschisten, dann vor den spanischen Franco-Putschisten und schließlich vor den peronistischen Machthabern in Argentinien.
Hiddensee suchte Oscar Zügel mehrfach zwischen 1926 und 1933 auf. „Hiddensee ist der Ort meiner großen Landschaftsliebe!“, pflegte er oft zu seinen Kindern und Freunden zu sagen. Vom Hiddensee-Aufenthalt im Jahr 1926 haben sich im Oscar-Zügel-Archiv Balingen etliche Zeichnungen erhalten: Küstenstudien, Ernteszenen, Schafe und Kühe, Fischerkaten. Eine Federzeichnung mit dem Blick auf den Dornbusch – das Hügelland im Nordteil der Insel – diente offensichtlich als Vorlage für das gleichnamige Landschaftsgemälde, das er in einer abstrahierten Bildsprache schuf. Dieses weitgehend unbekannte Gemälde ist eines der schönsten modernen Hiddensee-Darstellungen. Trotz der großzügig gestalteten Farbflächen ist die Örtlichkeit genau erkennbar: Es ist der Blick vom mittleren Dorf Vitte hinüber zum Dornbusch.
Mit seiner Serie „Genotzüchtigte Kunst“ gelang Oscar Zügel in der Zeit des aufkommenden Faschismus eine geniale, angriffslustige Synthese von Abstraktion und Zeitkritik. Verfemt und verfolgt, gelang ihm im letzten Moment 1934 die Flucht nach Spanien an die Costa Brava in Tossa da Mar, wo er gleichgesinnte Künstler wie Marc Chagall (1887 –1985) und auch seine zweite Heimat, sein „blaues Paradies“, fand. 1937 musste er vor dem Bürgerkrieg in Spanien fliehen, diesmal nach Argentinien in die Heimat seiner Frau. Als dort die Schikanen der Peronisten nach der Machtübernahme 1946 unerträglich wurden, flüchtete er ein drittes Mal. Aber nicht nach Deutschland, sondern zurück nach Spanien. Weit­gehend ignoriert und vergessen starb Oscar Zügel 1968.

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