Sammelobjekt Holzspielschiffe

Sonderausstellung im Stadtmuseum gibt Einblick in die Geschichte

Wer von uns kennt sie noch, die Spielschiffe aus Holz? Angesichts der digitalen Spielwelten, in denen sich Kinder heutzutage bewegen, muten diese Spielzeuge auf den ersten Blick sehr langweilig an. Dabei kann man davon ausgehen, dass ein einfaches Spielgerät eher die Fantasie anregt, als die bis in das letzte Detail virtuell ausgearbeiteten Spielwelten des Computers. Ist nicht eigentlich sogar die fehlende Fähigkeit, sich aus eigener Kraft fortzubewegen, die ein Schiff aus Holz zum Vehikel von imaginären Weltreisen macht? Wer je damit gespielt hat, weiß, was gemeint ist. Claude Bernard weiß auf jeden Fall, wovon die Rede ist. Der gebürtige Lothringer, der heute in Sachsen lebt, sammelt seit 30 Jahren mit großer Leidenschaft dieses Holzspielschiffe. Einen Teil seiner umfangreichen Sammlung zeigt er nun in der Sonderausstellung des Stadtmuseums in Bergen auf Rügen. Ergänzt wird die Schau, die vom Spielschiffe e.V. organisiert wurde, durch Fotografien und andere Drucksachen, die Einblick in die Geschichte der Produktion und Verwendung der Spielschiffe geben. Damit ist die Ausstellung auch eine Gelegenheit, die Geschichte der Spielzeugindustrie auf unterhaltsame Weise nachzuvollziehen.
Das erste Spielschiff wird schon 4000 v. Chr. datiert, man hat es bei Ausgrabungen in Mesopotamien gefunden. Auch weiß man von Felsenzeichnungen und Schiffsdarstellungen auf Töpfen und Vasen in Ägypten von vor etwa 3200 Jahren. Kleine Boote mit Rudern, Paddeln und Segeln sind darauf zu sehen. Pharaonen und Königen wurden Boote mit ins Grab gegeben.
In Deutschland produzierte man bereits im 18. Jahrhundert Spielschiffe, jedoch nicht schwimmfähig, sondern auf Rollen. Die ersten stammen aus dem Jahr 1780, wie man aus Preislisten von Sonneberger Verlegern sehen kann. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte fast jedes Kind mit so einem Schiff. Heute sind in Deutschland noch zwei Unternehmen bekannt, die Spielschiffe herstellen.
Doch seitdem es Spielzeug gibt, reflektieren die Spielschiffe die jeweilige Kultur, in der sie produziert wurden, so wie jede Kunst die gesellschaftliche Realität widerspiegelt, in der sie geschaffen wird. Spielzeughersteller waren und sind immer auch Künstler – das kann man im Stadtmuseum sehen.
Die Sonderausstellung „Die fabelhafte Welt der Holzspielschiffe“ ist noch bis zum 28. Februar 2019 jeweils Dienstag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr und Sonnabend von 10 bis
13 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen:
www.spielschiffe.com

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