Erich Kliefert, Ummanz, Aquarell, 1927

Kultur im STRALSUND MUSEUM

Meisterwerk der Kartografie, Sonderschau Erich Kliefert und neuer Single-Treff Kultur

Das STRALSUND MUSEUM bietet seinen Gästen in diesen Tagen eine Sonderausstellung über die Große Pommernkarte von 1618 und deren Schöpfer Eilhard Lubin. Diese Karte war bis zum 18. Jahrhundert die Grundlage für alle gedruckten Landkarten Pommerns. Bis heute ist sie von großer historischer und künstlerischer Bedeutung.
Eilhard Lubin gehörte zu seinen Lebzeiten (1565 bis 1621) zu den bekanntesten Gelehrten und setze sich mit der nach ihm benannten Karte als seinem wichtigsten und umfangreichsten Werk selbst ein Denkmal. Wer mehr über diesen bedeutenden Geographen des 17. Jahrhunderts erfahren möchte, sollte sich die Singletreff-Veranstaltung am 20. Oktober vormerken. Ab 16 Uhr stellt Dr. Jürgen Hamel den Geographen und sein Hauptwerk im Katharinenkloster vor.

Am 20. Juni jährte sich der Geburtstag des bekannten Stralsunder Malers Erich Kliefert zum 125. Mal. Dieses Jubiläum ist für das STRALSUND MUSEUM ein willkommener Anlass, um mit einer umfangreichen Sonderausstellung an das vielfältige Schaffen dieses großartigen Künstlers zu erinnern. Vom 27. Oktober an bis zum 3. März 2019 sind seine Arbeiten in der Großen Galerie im Katharinenkloster zu sehen. Am 26. Oktober um 18 Uhr eröffnet die Ausstellung.
Seit 1924 hatte der Maler und Grafiker Erich Kliefert seinen Lebensmittelpunkt in Stralsund. Hier schuf er sich zusammen mit seiner Frau Mathilde Kliefert-Gießen ein Heim und zog zwei Kinder groß. Zuvor absolvierte der gelernte Glasmaler ein Studium am Königlichen Kunstgewerbemuseum Berlin. Nach dem er als Soldat aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt war, setzte er seine Studien dort noch für drei Jahre fort, bis er ab 1921 als Kunsterzieher, Maler und Grafiker tätig wurde. Von Stralsund aus unternahm Kliefert später Studienreisen bis nach Italien.
In der Hansestadt fanden seine Arbeiten schnell Anerkennung. So durfte er Anfang der 1930er Jahre Entwürfe für Plakate, Broschüren und Stadtpläne liefern, mit denen der Tourismus vor Ort in Schwung gebracht werden sollte. Zum 700-jährigen Stadtjubiläum entwickelte er einen „Stadtbaukasten“. Sein größtes Auftragswerk gipfelte in der Ausmalung der Bahnhofshalle mit großformatigen Ansichten von Stralsund und Rügen (1935/36). Damit hat sich für den charismatischen Künstler nicht nur ein Lebenstraum erfüllt, sondern Erich Kliefert hat sich damit bereits zu Lebzeiten selbst ein Denkmal gesetzt.
Mit 52 Jahren, im Februar 1945, erneut zum Kriegsdienst eingezogen, kehrte er ohne körperliche Schäden und nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft in die Hansestadt zurück. Hier wirkte Erich Kliefert bis ins hohe Alter, leitete mehrere Kunstzirkel, arbeitete als Maler, Grafiker und Restaurator, war Abteilungsleiter an der Stralsunder Volkshochschule und wurde noch mit Eintritt ins Rentenalter zum freischaffenden Künstler. 1993, zu seinem 100. Geburtstag, ernannte ihn die Stadt zum Stralsunder Ehrenbürger und würdigte damit sein facettenreiches Schaffen.

In Erinnerung an die schrecklichen Folgen, die 1938 mit der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November im damaligen Deutschland ausgelöst wurden, widmet sich die Singletreff Kultur-Veranstaltung diesmal der Geschichte der zu dieser Zeit in Stralsund lebenden Juden. Mit seinem Buch „Braune Schatten überm Sund“ hat der Stralsunder Autor Eberhard Schiel das Thema bereits 1999 zu seiner persönlichen „Herzensangelegenheit“ gemacht. Er berichtet darin über ganz individuelle Schicksale, über die Verfolgung bis hin zur Vertreibung und Vernichtung der Stralsunder Juden. Für Schiel waren die Recherchen zu diesem Buch oftmals mit Trauer, aber auch Wut verbunden. Am 10. November um 16 Uhr liest er im Katharinenkloster aus seinem Werk, damit nicht vergessen wird, was damals geschah und zugleich auch gemahnt wird, solche Zustände niemals wieder zuzulassen.

Weitere Informationen:
Museumskasse
Telefon 03831 / 25 36 18

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