Clara von Sydows Vater war Superintendent auf Wittow, in Altenkirchen ist sie groß geworden | Foto: Dieter Lindemann/Tourismuszentrale Rügen

Wiederentdeckung einer modernen Literatin

Janet Lindemann liest im Kosegartenhaus aus Clara von Sydows Roman

Der Kirchen- und Musiksommer setzt sein Programm in den Kirchen Nordrügens auch im September fort. Vorträge, Lesungen, Kinoveranstaltungen und Konzerte kreisen in diesem Jahr um das Schwerpunktthema „850 Jahre Christianisierung Rügens“ und den 20. Todestag des Altenkirchener Pfarrers Kosegarten. In diesem Zusammenhang steht auch eine Lesung mit der Rügener Autorin Janet Lindemann. Am 21. September um 20 Uhr liest sie im Kosegartenhaus in Altenkirchen aus dem Hiddensee-Roman „Einsamkeiten“ von Clara von Sydow.

Die 1854 in Stettin geborene Autorin hat ihre Kindheit in Altenkirchen verbracht. 1857 war ihr Vater als Superintendent auf die Halbinsel Wittow gekommen. Schon oberflächlich betrachtet, zeigt ihre Biographie die Schwierigkeiten, mit denen eine Frau konfrontiert war, die ihr Leben als literarische Schriftstellerin verwirklichen wollte. Früh zeigten sich ihre Talente in Aufsätzen, die sie auf der Schule für höhere Töchter in Frankfurt/Oder verfasst hatte. Doch ihr Vater akzeptierte ihr literarisches Tun erst, als ein berühmter Freund die Qualität der Texte bemerkte. Einzig ein Lehramtsstudium stand ihr zur Verfügung, um geistige Fähigkeiten weiter auszubilden.

Immer wieder kehrte sie nach Wittow zurück, um sich im Haushalt und in der Bildung der jüngeren Geschwister zu engagieren. Der enge Kontakt zu dem Schriftsteller Ernst von Wildenbruch half ihr schließlich, literarische Interessen weiter auszubauen. Erst als ihr Vater 1886 starb, zog die Familie nach Berlin und Clara von Sydow begann sich auch mit sozialen Fragen zu beschäftigen. Sie veröffentlichte in „Westermanns Monatsheften“ und der „Gartenlaube“ und ihre Texte erhielten auch professionelle Rezensionen.
Der Hiddensee-Roman gilt als „Bernstein impressionistischer Literatur“. Mit diesem Text hat Clara von Sydow die Schwelle zur Moderne überschritten. Darin schildert sie die Ostsee als Symbol für das Leben. Doch nicht die Gegensätze zwischen der stillen Insel Hiddensee und der Großstadt sind Thema des Romans. Um die Konflikte zwischen den Menschen darzustellen, verwendet sie eine naturhafte und bildstarke Sprache.

Die Lesung wird ergänzt durch eine Werkeinführung von Detlef Krell (Dresden), der im Rahmen der neuen Ausgabe, die im Gellen-Verlag erschien, als Herausgeber fungierte.

Weitere Informationen:
www.kirche-altenkirchen-ruegen.de

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