Josef A. Kutschera aus Sanitz hat sich mit einer Radierung in Zink am Projekt beteiligt | Foto: Josef A. Kutschera

„Grauzone“ in der Alten Wassermühle

Zu dem Kunstprojekt haben 35 Künstler sich mit alten Schieferplatten auseinandergesetzt

Wenn ein spektakulärer Materialfund und eine entsprechende „Portion“ Aufmerksamkeit und Phantasie eine Symbiose eingehen, ist ein aufregendes Kunstprojekt nahezu vorprogrammiert. Der Rügener Künstler Bernard Misgajski entdeckte im Abbruchmaterial einer Dachsanierung in Gedser in Dänemark ein Depot alter Schieferplatten. 130 Jahre lang haben klimatische Einflüsse auf diesen Platten gewirkt und durch Auswaschungen, Sedimentation, Farbveränderungen und auch durch Reste von Verklebungen faszinierende Bildkompositionen geschaffen.

Nun hat der Rügener Metallplastiker 35 Künstler und Künstlerinnen eingeladen, sich der Herausforderung zu stellen und den naturgeschaffenen (Schiefer-)Bildern eigene Interpretationen gegenüberzustellen. Die Bedingung war, dass diese im selben Format bleiben und eine nachvollziehbare Beziehung zum Schieferoriginal herstellen. Auf diese Weise entstand eine spannende Serie von 80 Doppelarbeiten, von denen jetzt ein Großteil am Kunstort Alte Wassermühle im Putbuser Ortsteil Wreechen präsentiert wird.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kommen aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden sowie Japan und stammen aus verschiedenen Generationen. Auch Mecklenburg-Vorpommern ist mit zahlreichen interessanten Positionen vertreten. Einige Teilnehmer nutzten für ihren künstlerischen Ansatz die üblichen Techniken der Malerei, Holzbildhauerei, Objektkunst, Fotografie, Stahlplastik, Email und Glas, andere jedoch auch faszinierende unübliche Techniken. Ein besonderer Reiz der Schau besteht darin, zu sehen, wie diese sehr unterschiedlich arbeitenden Künstlerinnen und Künstler sich dem vorgegebenen Thema und dem Material des Schiefers genähert haben.
Mit dabei sind Broder Burow, Wim Cox, Nils Dicaz, Kerstin Henschel, Volkmar Herre, Anne Hille, Björn Hinze/Paul Reiß, Dana Jes, Takwe Kaenders, Jakob Knapp, Rienk Kruiderink (NL), Josef Kutschera, Marleen, Karina Meedom (DK), Daniela Melzig, Gudrun Brigitta Nöh, Andrea Köster, Bernard Misgajski, Hans Reiche, Helmut Senf, Grit Sauerborn, Gottfried Sommer, Anna Silberstein, Armgard Stenzel, Manfred Stenzel, Hanns Studer, Andre van Uehm, Susanne Vier, Mogens Vibe (DK), Iris Vitzthum, Yasumasa Watanabe (J), Franz Zadnicek, Ruzica Zajec und Miro Zahra.

Das vom Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern geförderte Projekt ist Teil der Aktion KUNST HEUTE 2018 – Tage der zeitgenössischen Kunst. Es folgen weitere Ausstellungen im Kulturhaus Mestlin, der alten Wagenremise und Marinestation in Gedser (DK) und im Kulturhistorischen Museum in Rostock. Die Ausstellung wird am 22. September um 17 Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum 21. Oktober 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr im Kunstort Alte Wassermühle zu sehen.

Weitere Informationen:
Kunstort Alte Wassermühle
Kastanienallee 2, 18581 Putbus/Wreechen
Telefon 038301 / 61 51 6, www.kunstort.net

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