Einladung zur Bild-Musik-Performance im Theater Putbus, Bilder: Lyonel Feininger, Stiller Tag am Meer III, 1929, Öl auf Leinwand, 49 x 36 cm Privatsammlung c/o Moeller Fine Art, New York © VG Bild-Kunst

Bild-Musik-Performance im Theater Putbus

200 Jahre Künstlertradition auf den Inseln Rügen, Vilm und Hiddensee

Das Inseltheater in Putbus lädt am 16. September um 18 Uhr zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung: Dr. Reinhard Piechocki wird über die 200-jährige Künstler­tradition auf den Insel Rügen, Vilm und Hiddensee, zu welcher er einen umfassenden Kunstband publizierte, referieren und moderieren.

Der besondere Reiz dieses Vortrags liegt in einer ungewöhnlichen Synthese von Wort, Bild und Musik. Einerseits kann der Zuschauer die auf einer Großleinwand projizierten eindrucksvollen Rügen-Gemälde mit all ihren Details bewundern. Untermalt wird dies mit klassischer Musik. Andererseits erfährt der Zuhörer vor und nach den verschiedenen Bildpräsentationen interessante kulturgeschichtliche Hintergründe und Zusammenhänge. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

Teil eins: „Die Entdeckung der Landschaft – von der tödlichen zur erhabenen Natur“. Während die Einheimischen auf Rügen über Jahrtausende gegen die Gefahren der Wildnis in Form von Schiffsunglücken, Naturkatastrophen und wilden Tieren ankämpften, änderten sich ab 1800 schrittweise die Naturvorstellungen. Die ehemals tödliche Natur verlor zunehmend ihre Schrecken und wurde zur erhabenen Landschaft. Ab 1800 feierten Dichter und Gelehrte, Maler und Musiker im Geist der Romantik die einzigartige Schönheit Rügens.
Auf den Spuren Friedrichs wandelten in den folgenden 200 Jahren weit über eintausend Maler auf Rügen, Vilm und Hiddensee. Sie hinterließen Gemälde, die Rügen zum Mythos werden ließen. Anhand ausgewählter Kunstwerke wird dargestellt, wie sich die Vorstellung von Natur und Landschaft in den vergangenen zweihundert Jahren wandelten. Die Präsentation wird untermalt mit Klaviermusik von Carol Mikuli, Johann Sebastian Bach und Robert Schumann, eingespielt von Reinhard Piechocki.

Teil zwei: „Friedrichs berühmte Kreidefelsen“ thematisiert das im Jahr 1818 entstandene Gemälde, das an Caspar David Friedrichs Hochzeitsreise nach Rügen vor 200 Jahren erinnert. Seine Entstehungs- und Wirkungsgeschichte birgt bis heute viele Geheimnisse. Immer noch streiten die Kunsthistoriker, warum gerade dieses Gemälde Millionen von Menschen in seinen Bann zieht.
Fakt bleibt aber, dass dieses Bild als ein Hochzeits­gemälde entstand: Zur großen Überraschung seiner Freunde hatte der 44-jährige Caspar David Friedrich Anfang Januar 1818 in aller Stille und Heimlichkeit früh um 6 Uhr in der Dresdener Frauenkirche seine 19 Jahre jüngere Braut geheiratet. Im Sommer brach er dann mit seiner Frau zur Hochzeitsreise auf, die ihn in seine Heimatstadt Greifswald und nach Rügen führte.

Teil drei: „Der Mythos Rügen“ schildert, warum die Inseln Rügen, die kleine Insel Vilm im Greifswalder Bodden und die benachbarte Insel Hiddensee bereits vor 200 Jahren für die Landschaftsmalerei entdeckt wurden, während die Künstlerkolonien in Deutschland und Europa erst einhundert Jahre später, zwischen 1880 und 1900, entstanden.
Bei der abschließenden Gemälde-Musik-Präsentation werden die schönsten Werke von der Frühromantik (u.a. Friedrich, Schinkel, Carus) bis zur klassischen Moderne (u.a. Feininger, Heckel, Mueller) gezeigt – zur Musik der Ersten Symphonie von Johannes Brahms, die von ihm nach zehnjährigem Ringen im Sommer 1876 unter dem Eindruck der Kreidefelsen auf Rügen vollendet wurde.

 

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