Friedrich-Stellwagen-Orgeltage 2018

Jährliche Konzertreihe zu Ehren des berühmten Barockinstruments in St. Marien Stralsund

In der Marienkirche zu Stralsund kann man eine Majestät bewundern: Die dortige Stellwagen-Orgel gehört zu den kostbarsten Denkmälern der Orgelbaugeschichte überhaupt. Das Instrument ist die größte, Mitte des 17. Jahrhunderts völlig neu, das heißt: ohne Verwendung älterer Teile, konzipierte und gebaute Orgel, die in Europa erhalten geblieben ist − ein handwerklicher und künstlerischer Höhepunkt des barocken Orgelbaus in Norddeutschland. Zusammen mit den beiden 1660 errichteten Musikemporen im Mittelschiff von St. Marien bildet sie eine einzige große Barockorgel, die in einer der hanseatischen Backsteinbasiliken bewahrt blieb.
Der Baumeister Friedrich Stellwagen aus Lübeck erschuf die Orgel von 1653 bis 1659. 1775 wurde sie von Ernst Marx und 1828 durch Carl August Buchholz, beide aus Berlin, repariert und umgebaut. Zwischen 1863 und 1873 erfolgten Reparaturen und klangliche Änderungen durch Friedrich Albert Mehmel aus Stralsund. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges baute man sie 1943 ab und die Orgelbaufirma Emanuel Kemper, Lübeck lagerte sie nach Schloss Keffenbrink bei Grimmen aus, von wo die ausgelagerten Teile 1945 rückgeführt wurden.
In mehreren Etappen inklusive Rekonstruktion der alten Disposition unter fachlicher Aufsicht von KMD Dr. Dietrich W. Prost durch die Orgelbaufirma Alexander Schuke, Potsdam baute man das Instrument von 1951 bis 1959 wieder auf. 1972 rekonstruierten die Orgelbaufirmen Carl Giesecke, Göttingen und Alexander Schuke, Potsdam die Zungenregister. Die Jahre 1999/2000 sahen umfangreiche Bestandsaufnahmen und Dokumentation der gesamten Orgel im Hinblick auf eine Restaurierung durch das Göteborg Organ Art Center, die Orgelbaufirmen Kristian Wegscheider, Dresden und Alexander Schuke, Potsdam sowie ein Restauratorenteam unter Leitung von Hilke Frach-Renner. Die Restaurierung der originalen Registerschilder des Spielschrankes von 1659 bewerkstelligte Hilke Frach-Renner. Von 2004 bis 2008 fanden die Restaurierungsarbeiten durch die Werkstätten Kristian Wegscheider und Gunter Böhme, beide Dresden, sowie Hans van Rossum, Andel/Niederlande statt.
Stralsunder und Gäste aus nah und fern erfreuen sich regelmäßig daran, wenn Organisten aus ganz Europa dieses tolle Instrument zum Klingen bringen. Aus diesem Grund wurden die Friedrich-Stellwagen-Orgeltage ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sie sich etabliert und viele begeisterte Zuhörer gefunden. Thematisch ist die Konzertreihe jeweils der Musik der Renaissance und des Barocks gewidmet, in deren Mittelpunkt die berühmte barocke Orgel steht.
Das Jubiläums-Festkonzert „10 Jahre restaurierte Stellwagen-Orgel“ eröffnet mit Orgelkompositionen des Norddeutschen Barocks (29.8.). Die Mittagsandachten (30./31.8.) werden mit Orgelmusik Norddeutschlands des 17./18. Jahrhunderts untermalt. Werke des Danziger Barocks bringt der Kammermusikabend (30.8.), ein weiterer Orgelabend steht unter dem Motto Italien–Polen–Norddeutschland (31.8.). Ein Vortrags- und Gesprächsnachmittag (31.8.) mit den Orgelbau- und Restaurierungswerkstätten sowie die Orgelexkursion mit Orgelvorführungen in der Region (1.9.) finden statt. In Sonntags-Gottesdienst und Orgelmatinee erklingt norddeutsche Barockmusik. Das Festliche Abschlusskonzert beschließt die Orgeltage mit mehrchörigen Festmusiken, Solisten, Instrumental- und Orgelwerken (alles 2.9.).

Weitere Informationen:
Telefon 03831 / 29 89 65
www.st-mariengemeinde-stralsund.de

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