Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

ist das zu glauben? Sechs Jahre lang haben die Theater in Mecklenburg-Vorpommern gebangt und gewütet angesichts der Reformpläne, die der frühere Kultusminister Mathias Brodkorb auf den Weg gebracht hatte. Er wollte vorrangig Kosten einsparen und darum die Theater zwangsverheiraten. Nun hat Ministerpräsidentin Schwesig die Angelegenheit zur Chefsache gemacht und den vollkommen festgefahrenen Karren wieder flott gemacht. Auf einem „Theatergipfel“ wurde ein Pakt geschlossen, der alle vier Mehrspartenhäuser im Bundesland erhält und für die kommenden zehn Jahre gilt. Das gibt auch dem Theater Vorpommern mit seinen Spielstätten in Greifswald, Stralsund und Putbus endlich wieder Planungssicherheit. Noch dazu sollen die Zuschüsse des Landes jährlich um 2,5 Prozent ansteigen, um sich erhöhende Kosten auszugleichen. Über dieses starke Bekenntnis zur Rolle von Kultur im Flächenland freuen sich nicht nur die Theatermacher – auch für die Bürger ist dies ein großartiges Signal. Schlimm genug, dass manche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten sind, die Kitas und Schulen geschlossen wurden, weil zu wenig Kinder geboren worden und Straßen nicht mehr erneuert werden. Kultur zeigt, dass die Welt bunt ist und ist immer wieder eine Übung in Toleranz. Wenn sie

fehlt, sinkt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die geistige Offenheit. Dann braucht sich niemand zu wundern, dass ganze Dörfer im braunen Sumpf versinken. Ein weiteres Thema bewegt die Rügener. Nachdem ein 13-jähriger Schüler auf einem Acker in Nordwest-Rügen einen Schatz gefunden hat, träumen Rüganer wieder von ihrem Rügenmuseum. „Rügen braucht dringend ein Museum, das die außerordentlich reiche Frühgeschichte, die bedeutsame Stellung in der Geschichte des Ostseeraumes und die einzigartige, bis heute lebendige Rolle als Künstlerinsel darstellt“, so eine Stellungnahme des Vorsitzenden von INSULA RUGIA e.V. Wo es stehen sollte, ist noch offen – doch finanziert werden sollte es auch mit Landesmitteln. Und wie stets bei kulturellen Initiativen, ist auch diese dazu geeignet, unterschiedliche Kulturakteure zusammenzuführen. Schon gibt es eine Unterschriftenliste und Botschafter für die gute Sache aus allen Kulturbereichen.
Kultur ist ein Lebensmittel, genießen Sie diese mit dem Theater Vorpommern, sei es im Theater Putbus oder auf den Bühnen in Greifswald oder Stralsund!

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