Neues Leben für die Kapelle

Sommerkonzerte und Kunst an der St. Jacobi-Kirche in Kasnevitz

Nur wenige achten auf die Kirche am Wegesrand, wenn sie über die alte Bäderstraße auf die Insel Rügen fahren. Und dies, obwohl ihr Turm komplett aus Backstein gemauert wurde und die Spitze ein frisch vergoldetes Kreuz trägt. Zu den Sommerkonzerten, die hier im Juli und August an ausgewählten Freitagen stattfinden, ist auch das Innere der St. Jacobi Kirche aus dem 14. Jahrhundert zugänglich, darunter eine Sanduhr, die dem Prediger anzeigt, wann es Zeit ist, aufzuhören. Als der erste Glockenturm am 1. Advent 1641 eingestürzt ist, wurde die Glocke kurzerhand in einer benachbarten Eiche aufgehängt. Der heutige neugotische Turm wurde 1864 erbaut und besitzt zwei oktogonale Obergeschosse mit spitzem, gemauertem Helm.
Seit geraumer Zeit wurde die kleine Kapelle, die am Eingang zum Kirchhof steht, nur als Lager genutzt. Gemeindemitglieder erinnern sich jedoch noch daran, als Kinder heimlich in die Kapelle geschlichen zu sein, um zu beweisen, dass sie mutig genug seien, einem Toten zu begegnen. 1957 wurde die kleine Kapelle als Leichenhalle erbaut. Dazu wurden große Findlinge eingesetzt und die Gestaltung wurde liebevoll an historische Vorbilder angelehnt. Das Sterben und der Umgang mit dem Tod haben sich jedoch verändert. Weil sie ihren Angehörigen nach dem Tod nicht mehr zur Last fallen wollen, entscheiden sich viele Menschen für eine Seebestattung oder wählen den Friedwald als letzte Ruhestätte. Kaum jemand weiß heute noch, dass es einst üblich war und auch heute noch erlaubt ist, Tote zuhause oder in einer Kapelle aufzubahren, damit die ganze Familie Abschied nehmen kann.

In diesem Sommer wird die Kapelle zu neuem Leben erwachen. Eingeladen von der Kuratorin Susanne Burmester aus Putbus wird der japanische Künstler Hiroyuki Masuyama seine Fotocollagen von Blumenwiesen dort installieren. Seine Intervention trägt den schönen Titel „Vivit“. Die lateinische Bezeichnung für er, sie oder es lebt, findet sich auch über dem Eingang der früheren Leichenhalle. Aus hunderten von Aufnahmen komponiert er eine paradiesische Wiese, in der alle Blumen eines Jahres zugleich blühen. Ergänzt wird die Installation vor den Fenstern, die sich bei geschlossener Tür am Schönsten zeigt, durch ein stets frisches Blumenarrangement, das Mitglieder der Gemeinde beitragen werden.

Die Installation wird am 16. Juni um 19.30 Uhr eröffnet und ist anschließend täglich von 11 bis 17 Uhr sowie zu den Sommerkonzerten zu sehen.

Weitere Informationen:
www.circus-eins.de

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