Die Fotografien von Wolf Grünke zeigen, wie es gewesen ist – hier eine Polizeikontrolle 1960 | Foto: Wolf Grünke

Wolf Grünke in der Orangerie

Fotografien zeigen Geschichte Rügens der Jahre von 1955 bis 1965

Weil der Rügener Fotograf Wolf Grünke immer unterwegs war, können wir heute sehen, was gewesen ist. In seiner Arbeit konzentrierte er sich auf den Alltag, auf die Fakten, auf das, was der Fall war. Doch natürlich bot ihm das Handwerk auch die Möglichkeit, einen eigenen Blick zu entwickeln und den richtigen Moment zu wählen, indem eine Aufnahme das wirklich „richtige“ und damit wahrhaftige Bild ergab. In den Zeiten der digitalen Verformung der Wirklichkeit, der Verunklarung zwischen Wahrheit und Fälschung, sind diese analog aufgenommenen Fotografien erstaunlich vielsagende Dokumente, die zudem noch etwas über eine Zeit berichten, die von vielen Rüganern noch erinnert wird.
Die aktuelle Ausstellung in der Orangerie Putbus konzentriert sich in ihrer Auswahl der Werke des 1926 in Stargard/Polen geborenen Wolf Grünke, auf die Zeit zwischen 1955 und 1965. Prägend sind die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der DDR, die den sozialistischen Aufbau in den Vordergrund stellten und aus denen später die politische Forderung nach „wahrhaftigen“ Bildern der Menschen im Alltag erwuchs.
Die Traditionen der Dokumentarfotografie des beginnenden 20. Jahrhunderts, wie die Porträts von August Sander und die Fotografien Henri Cartier-Bressons, beeinflussten auchWolf Grünke. Später kamen die Sichtweisen ostdeutscher Fotografen hinzu, wie jener von Evelyn Richter, Richard Peter oder Arno Fischer. Wolf Grünke nähert sich all diesen Sichtweisen. Seine Fotos sind ebenso Bildjournalismus wie Dokumentarfotografie, aber auch Studiofotografie hat er erfolgreich betrieben. Meist steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Abbildung. Dieser wird bei der Arbeit dargestellt oder als Persönlichkeit porträtiert. Andere Fotografien geben wesentliche Momente des Alltags wieder oder halten nach Cartier-Bresson den berühmten „entscheidenden Augenblick“ fest.
Der 1997 verstorbene Wolf Grünke, war gelernter Chemiker und wurde nach der Umsiedlung Ende der 1940er Jahre auf der Insel Rügen Neulehrer. 1950 begann er zu fotografieren und arbeitete neben seinem Lehrerberuf ab 1952 als Fotoreporter. 1956 gründe er mit anderen den „fotoclub binz“, er ist Mitorganisator der „Rügener Fotoschau“ und später der internationalen Fotobiennale „ifo scanbaltic“. Die Ausstellung ist bis zum 20. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr zu sehen.

Weitere Informationen:
www.kulturstiftung-ruegen.de

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