Blick auf die Ostseeküste von Göhren nach Thiessow Wer wind- und kälteresistent ist, kann eigentlich bei jedem Wetter von Göhren nach Thiessow oder umgekehrt laufen | Foto: Marco Barnebeck / pixelio.de

Vom Nordperd zum Südperd

Tolle ausgiebige Wanderung, um frisch durchzuatmen und den Winter-Blues zu verabschieden

Bei der Bezeichnung „Perd“ kapitulieren viele Gäste der Insel und sogar Rüganer in der Bedeutungsfindung. Darum sei an dieser Stelle erklärt, dass es sich dabei um ein Wort aus dem Slawischen handelt, welches soviel wie „Vorsprung“ bedeutet. Gemeint ist eine inseltypische geografische Besonderheit, ein Teil Land, der von der normalen Küstenlinie abweicht und in das umgebende Meer hineinragt.
Interessanterweise existiert eine so lautende Wortverbindung auf Rügen jedoch nur ganze zwei Mal: für das beim Ostseebad Göhren weit hinaus in die Ostsee reichende „Nordperd“ und das „Südperd“ am äußersten Südzipfel der Halbinsel Mönchgut beim Ostseebad Thiessow. Denn häufiger werden herausragende Küstenteile hier „Ort“ oder „Höft“ genannt. Das „Nordperd“ ist daher ebenfalls als „Göhrener Höft“ geläufig.
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick …“ – diese klassischen lyrischen Zeilen des große deutschen Dichterfürsten sollte jeder kennen. (Glückwunsch – an dieser Stelle haben Sie das Oster Ei der rügen aktuell-Osteraktion gefunden!) In den letzten Jahren trifft diese Hoffnung im wahrsten Sinne des Wortes auch jeweils wieder für die Ostertage im Norden zu. Zumindest auf der Insel Rügen kann es dann nämlich durchaus noch schneien, wenn die Wetterlage ungünstig verlaufen ist. Auch dann ist eine Wanderung vom Nordperd zum Südperd überaus zu empfehlen; mehr Spaß macht es jedoch allemal bei frühlingshaft-schönen Werten.
Die Strecke führt über fast 12 Kilometer und ist mit circa dreieinhalb Stunden Gehzeit überschaubar. Man startet am besten vom Campingplatz „Regenbogen-Camp Göhren“ unweit des Göhrener Kleinbahnhofes und bewegt sich südöstlich. An der „Pension Robinson jr.“ rechts abbiegen, der Weg führt steil in den Wald hinauf, dann folgt man dem gelb/weiß markierten Wanderweg. Hier auf der Steilküste gibt es immer wieder kleine Ausbuchtungen, von wo aus man direkt die Göhrener Seebrücke, das Meer oder den Buskam – den größten Findling an der deutschen Ostseeküste – bestaunen kann.
Es geht voran durch das Naturschutzgebiet Nordperd bis zur Höftspitze nach circa drei Kilometern, dem östlichsten Teil Rügens mit Fernblick bis nach Sassnitz und auf die Jasmunder Kreidefelsen. Diese ist ein etwa 20 Meter hohes, aktives Kliff und kann aufgrund von gefährlichen Küstenabbrüchen nicht am unteren Ufer umrundet werden. Dort oben gibt es einen Rastplatz, allerdings ist dieser oft sehr windig und kühl.
Weiter vorwärts durch den sehr dicht bewachsenen Laubwald hält man sich an der nächsten Weggabelung links. Auf dem gelb/weißen Wanderweg geht es später links ab bis zur Straße und weiter hinunter durch den mit Efeu bewachsenen Wald bis zum Abstieg an den Strand. Dort biegt man rechts ab und durchquert die schöne Sandbucht mit vielen Findlingen und alten Baumstämmen als Pausenplätzen. Wenig später wird die Schwedenbrücke von 1813 erreicht, welche zur Anlandung schwedischer Truppen diente. Nun geht es einige Treppenstufen vom Meer hinauf und man folgt dem Rand der Steilküste entlang von Schafweiden mit Ausblick auf Küste und Ostsee weiter durch das Naturschutzgebiet.
Ein Pfad führt aus diesem heraus bis zur Straße, in die man nach links biegt bis zu einem befestigten Weg, welcher bis an den Strand hinunterführt. Nachdem es zuerst steiniger ist, breitet sich anschließend über etwa sieben Kilometer ein langer, feinsandiger Sandstrand aus, an dessen Ende man bereits das Südperd bei Thiessow erblickt. Auf diesem Abschnitt sieht man stets die Nachbarinsel Usedom. Man wandert weiter zu einem circa 15 Meter hohen Kliff, der Landzunge Lobber Ort, von wo aus man nochmals zurück auf die Steilküste des Nordperds schauen kann.
Vorbei am Ort Lobbe zur Rechten läuft man nun idealerweise direkt an der Wasserkante auf festerem Sand, lässt den Kiefernwaldstreifen sowie den Campingplatz „Campingoase Thiessow“ rechts liegen – und von dort aus geht es weiter voran bis zur bewaldeten Südostpitze Rügens, dem Südperd. Vom dortigen 13 Meter hohen Lotsenturm auf 36 Metern wird man mit einem fantastischen Panoramablick über das gesamte Mönchgut belohnt.

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