Dokumentationszentrum Prora Das Dokumentationszentrum Prora erinnert an die Schrecken des Nationalsozialismus | Foto: Dokumentationszentrum Prora

Hoffnung für Block V

Ausstellungs- und Bildungszentrum zur Geschichte Proras geplant

Jahrelang hatten zwei gemeinnützig tätige Organisationen in Prora um ihren Bestand gerungen, zeitweise auch gegeneinander. Das Dokumentationszentrum Prora sucht von Berlin aus und auf hohem Niveau die Erinnerung an die NS-Geschichte an diesem Ort wachzuhalten. Das Prora-Zentrum kam später hinzu und legte einen Schwerpunkt auf die Führungen, die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, später kam die Auseinandersetzung mit der Nutzung der Bauten durch das DDR-Regime hinzu. Weil die Situation von Beginn an prekär war und beide um ihr Überleben kämpfen mussten, bestand Konkurrenzdruck. Für Außenstehende war das kaum nachvollziehbar, denn beide Einrichtungen ergänzen sich in ihrer Arbeit wunderbar.
Viele Aspekte treffen in Prora zusammen: der Druck der Investoren, auch diese Bauten in Feriendomizile umzuwandeln, befeuert durch die Nähe zum Ostseebad Binz, der Konflikt zwischen dem Urlaubsversprechen und einem Erbe aus dunkler Zeit, doch auch die ideologischen Zwiste, die die Schrecken der Nationalsozialisten nicht mit denen der DDR gleichsetzen möchte. Nun sind alle Blöcke der als KDF-Bad für deutsche Arbeiter gebauten Monsteranlage verkauft. Einzig Block V, der dem Landkreis gehört, steht noch zur Disposition.
Am 12. März 2018 hat der Kreistag beschlossen, diesen nur nach bestimmten Kriterien zu vergeben. Diese beinhalten nicht nur die Übernahme der Jugendherberge, sondern auch die Akzeptanz einer Dokumentationsstätte. Dazu müssen beide Einrichtungen, die aktuell noch getrennt voneinander für die Besucher da sind, sich vereinigen. Die 2700 Quadratmeter umfassende Ausstellungsfläche im Block V soll mietfrei zur Verfügung gestellt werden. Die Betriebs- und Personalkosten von geschätzten 750 000 Euro müssen allerdings erwirtschaftet werden.
Geplant ist ein Ausstellungs- und Bildungszentrum auf sechs Etagen mit einer Dachterrasse von der aus man die Dimension der gesamten Anlage erfassen kann.
Das gigantische Seebad, das die Nazis ab 1936 hier bauten, wurde nie fertiggestellt. 20 000 Betten sollten zur Verfügung stehen, doch mit Ausbruch des Krieges 1939 wurden die Arbeiten eingestellt. Zu DDR-Zeiten waren hier unter anderem mehr als 3 000 Bausoldaten stationiert. Hinter dem Begriff verbirgt sich großes Leid, das die Kriegsdienstverweigerer des sozialistischen Staates in dieser Zwangsverpflichtung erdulden mussten.
So richtig verstehen kann man diesen Ort erst, wenn man sich über die Hintergründe informiert. Das Dokumentationszentrum Prora hat im April täglich von 10 bis 18 Uhr, das Prora-Zentrum ist im April Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Am einfachsten – und ökologischsten – mit dem Bus. Die Linien des VVR fahren unter anderem vom Königsstuhl aus nach Klein Zicker, also fast die gesamte Ostseeküste entlang und halten auch in Prora.

Weitere Informationen:
http://www.proradok.de
https://prora-zentrum.de

22 Jahre Blue Wave Festival in Binz

Vielfältiges Programm und neue Bühne im Kurpark schlagen Wellen der Begeisterung

weiter

FESTE DRUCKEN 2018

Fünftes Druckfestival des Jugendkunst e.V. aus Stralsund am Kulturbahnhof Bergen

weiter

Ahoi – Erkundungstouren per Schiff

Auf dem Wasser rund um die Dorint Hotels & Resorts unterwegs Rügen – ein Urlaubsparadies für kleine und weiter

Osterferienspaß und Saisonstart

Eventlesung, OCEAN FILM TOUR, Internationaler Museumstag am Deutschen Meeresmuseum

weiter