Blick in die Ausstellungsräume von CIRCUS EINS Mylasher, NOWERE, Ausstellungsansicht CIRCUS EINS, 2018 | Foto: Marien Luft

Aktuelle Ausstellung im CIRCUS EINS

Malerei von Mylasher und Fotografien von Carolin & Gernot Seeliger

Noch bis zum 15. April zeigt die Galerie CIRCUS EINS im Kronprinzenpalais Werke der Leipziger Malerin Mylasher. Als Tine Günther kuratiert sie selber Projekte mit jungen Kolleginnen und Kollegen unter anderem mit dem Kollektiv Gallery Fist. Unter ihrem Künstlernamen „Mylasher“ begibt sie sich mutig in die Hände der Hexen und Hexenmeister, denen sie bei ihrer Arbeit begegnet. Vielleicht auch als Reaktion auf die exzessive Kälte des Kunstmarktes, doch ebenso angesichts der digitalen Welt, sucht sie in ihrer Malerei wieder Geheimnis und Gefühl. Großformatige Bilder entstanden aus Erde und Toilettenpapier, aus Rasierschaum, Schlamm und Pflanzenfasern. Mystische Verunklarung und expressive Geste treffen aufeinander und erzeugen im Ergebnis starke Bild in großen Formaten, die unmittelbar berühren.
In ihrem Atelier in Leipzig arbeitet sei gleichzeitig an mehreren Bildern, einige liegen auf dem Fußboden und werden in vielen Schichten immer wieder überarbeitet. Wie kann die Kunst heute zugleich emotional und geheimnisvoll sein und die Gegenwart einbeziehen? Das sind die zentralen Fragen dieser Künstlerin und anderer ihrer Generation. Sie hat den Umbruch von der analogen zur digitalen Welt erlebt und sucht die Herrschaft des Virtuellen mit authentischen Spuren der Kunst zu ergänzen.
Ab 22. April stellt die Galerie zwei Berliner Künstler vor, deren Arbeitsmittel die Fotografie ist. Carolin und Gernot Seeliger betreiben auch den vielfach gelobten Ausstellungsraum HEIT in Berlin. In sorgfältig kuratierten Schauen stellen sie dort die junge Szene vor. In Putbus werden sie alle Räume der Galerie in einer Mischung aus Gemeinschaftswerken und Einzelstücken, teilweise auch installativ bespielen.
Carolin Seeliger fertigt einige ihre Werke mit dem Digitalscanner an. Dieser wird für sie zum Werkzeug einer analogen Praxis, wenn sie mit Flüssigkeiten und Pasten direkt auf dem Glas agiert, die Ergebnisse scant, vergrößert und als Fotoprint ausstellt. Auf alte Felle druckt sie außerdem per Siebdruck Zeichen aus der Logo- und Markenwelt. In der Kombination aus analogem Handeln mit echten Materialien und der digitalen Verarbeitung erzeugt sie Werke, die zwischen großer Schönheit und dem Schrecken der Künstlichkeit changieren.
Nachdem Gernot Seeliger jahrelang die perfekte Fotografie in Farbe gesucht hat, wurde ihm klar, dass es darin wenige Chancen gibt, den bereitstehenden Zuordnungen zu entfliehen. Aus diesem Grund hat er zurück zur Dunkelkammer und zu analogen Prozessen gefunden. Mit einer Plattenkamera fotografiert er Oberflächen, die oft ausnehmend banal sind – ein staubiger Küchentisch oder ein abgerubbeltes Etikett. Auf diese Untergründe projiziert er Objekte mit dem Ziel, ein geheimnisvolles Bild voller Tiefe zu erzeugen. Die Galerie CIRCUS EINS ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Am 2. April um 15 Uhr kommt Mylasher erneut nach Putbus. Gemeinsam mit Susanne Burmester wird sie über Ihre aktuellen Werke sprechen. Dabei wird es unter anderem um Beziehungen ihrer Arbeit zur so genannten „Art Brut“ gehen. Diese „rohe“ Kunstform, die der Maler Jean Dubuffet propagiert hat, sucht nach einer unverbildeten Ausdrucksweise und ließ sich dazu unter anderem von der Kunst Geisteskranker inspirieren. Welche Rolle spielt das Material, wie entstehen Entscheidungen – diese und andere Fragen werden im Gespräch mit der Künstlerin am Ostermontag erörtert.

Weitere Informationen:
www.circus-eins.de

Rügensche Bäderbahn: Volldampf-Erlebnis im „Rasenden Roland“

Mit der Rügenschen BäderBahn durch die Adventszeit und über den Jahreswechsel Auch bei der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ können weiter

200 Jahre Hochzeitsreise im CIRCUS EINS

Hiroyuki Masuyama zeigt fotografische Arbeiten zu Caspar David Friedrich

weiter

Unberührte Natur entdecken

Schirmeiche in der Goor und Urwald auf dem Vilm zählen zu Südrügens Höhepunkten

weiter

Unter Volldampf in den Winter

Mit der Rügenschen BäderBahn durch die Adventszeit und über den Jahreswechsel

weiter