Auch Wolfgang Krentziens großformatiges Werk „Abschied “ ist in der Orangerie zu sehen | Foto: KulturStiftung Rügen

Orangerie stellt Wolfgang Krentzien vor

Der gebürtige Sassnitzer hat ein umgfangreiches Werk hinterlassen

Noch bis zum 18. Februar 2018 zeigt die KulturStiftung Rügen in der Orangerie Putbus Malerei des in Sassnitz geborenen Künstlers Wolfgang Krentzien. 1969 geboren, wächst dieser in Sassnitz auf und macht 1987 in Bergen sein Abitur. Früh regt ihn sein Vater, der Kunsterzieher auf Rügen war, an zu zeichnen. Bald wendet er sich der Malerei zu, und findet dort den passenden Ausdruck für seine Fragestellungen. Krentzien studiert Kunst und Russisch an der pädagogischen Hochschule in Dresden. Kamenz, Berlin, Irland und einige Jahre Unterricht an russischen Schulen sind Lebensstationen, ehe er am Hamburger Christianeum eine (Lebens-)Stellung findet. Hier kann er sich entfalten, ist beliebt bei den Schülern und im Kollegium, ist liebevoller Vater zweier Söhne.
Doch Zufriedenheit will sich nicht einstellen. Er will mehr als die bürgerliche Sicherheit. Neben seiner kreativen Schularbeit, malt und zeichnet er obsessiv. Seine Fähigkeiten gestatten es ihm, frei und assoziativ zu arbeiten. Seine Linienführung, Farbauftrag und Komposition muten immer impulsiv, wie hingeworfene Fragen an. Figürliches wird manchmal surreal, immer mehrschichtig, mehrdeutig, scheinbar anklagend, die Eindeutigkeit einer einzigen Wahrheit suchend. Dabei ist den Bildern eine melancholische Grundhaltung eigen und doch auch eine vorder- und hintergründige Humorigkeit. Häufig wiederkehrendes Motiv ist die Erotik, wohl als Ausdruck menschlicher Natur zwischen Liebe, Lust, Verantwortung, Lüge, Verrat, Macht und Hass. Am Ende werden die Fragen quälend und überfordern ihn. Er scheitert 2016 am Leben.
Wolfgang Krentzien hat ein umfangreiches, noch ungeordnetes, Œuvre hinterlassen. Für die Insel Rügen ist dieses eine echte Entdeckung und bereichert die Kunst der Region um eine jüngere, expressive Bildsprache. Die KulturStiftung Rügen macht mit ihrer Personalausstellung auf das außergewöhnliche Talent dieses Künstlers, der zu jung verstarb, aufmerksam machen.

Weitere Informationen:
www.kulturstiftung-ruegen.de

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